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Welt-Alzheimertag am 21. September

Vergiss dich nicht! – Über den Umgang mit Menschen mit Demenz

Demenz führt Betroffene in eine ganz neue Lebenswelt. Daher erfordert der Alltag mit Demenzkranken von Angehörigen und Pflegenden sehr viel Einfühlungsvermögen und Kraft. Wir geben Tipps und erklären, warum die richtige Kommunikation so wichtig ist.
Kommunikation ist bei Patienten mit Demenz besonders wichtig.

Eine gewaltige Zahl: In Deutschland sind etwa 1,6 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Mit zunehmendem Alter erhöht sich das Risiko, an Demenz zu erkranken. Jedoch sind es bei weitem nicht nur ältere Menschen, deren Leben von der Krankheit bestimmt wird. Auch für die Familie, Angehörige und Freunde sind das Zusammenleben, der Alltag oder die Pflege eines geliebten Menschen, der an Demenz leidet, kräftezehrend und emotional herausfordernd. Es gibt kein Wundermittel gegen die gefürchtete Krankheit. Doch die Medizin weiß heute schon, wie wichtig der richtige Umgang mit Menschen mit Demenz für alle Beteiligten ist – für die Betroffenen selbst, wie auch für die Angehörigen und Pflegenden.

Demenz und Alzheimer – Was bedeutet das eigentlich?

„Demenz ist nicht gleich Alzheimer“, erklärt Dr. med. Ulrike Heesemann, Chefärztin der Neurologie im HELIOS Klinikum Uelzen. „Der Begriff Demenz beschreibt etwa 50 Krankheiten, wobei die Alzheimer-Form mit etwa 60 bis 70 % aller Betroffenen die häufigste ist. Gemein ist allen Krankheitsformen, dass die betroffenen Menschen über einen längeren Zeitraum hinweg langsam aber stetig ihre geistige Leistungsfähigkeit verlieren.“ Grund dafür sind zumeist sogenannte neurodegenerative Veränderungen: „Zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn führen unterschiedliche Ursachen. In der Folge kann dies das Denken und das Gedächtnis der Betroffenen beeinträchtigen. Aber auch Orientierung, Sprache und nicht zuletzt das soziale Verhalten können in Mitleidenschaft gezogen werden.“

Die Begriffe Demenz und Alzheimer sind inzwischen durchaus im öffentlichen Diskurs angekommen; der 2015 mit einem Oscar prämierte Film „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ beweist dies. Dennoch gehen mit den Begriffen immer noch allzu häufig falsche Annahmen und Vorurteile einher. Aus diesem Grunde ist Aufklärung von höchster Bedeutung. Der jährlich am 21. September stattfindende Welt-Alzheimertag und die ihn umschließende „Woche der Demenz“ (18. bis 24. September) sollen die Öffentlichkeit immer wieder auf die Krankheit und die Situation der Menschen mit Demenz aufmerksam machen, um ihrer Stigmatisierung entgegenzuwirken.

Umgang mit erkrankten Angehörigen: Eine Herausforderung

Die Pflege eines Menschen mit Demenz ist keineswegs einfach. Dr. med. Torben Jüres, Chefarzt für Innere Medizin und Geriatrie in den HELIOS Kliniken Mittelweser erklärt: „Der erste Schritt ist es, sich in die Lebenswelt des Demenzkranken einzufühlen. Sie mag zwar anders aussehen als die eigene, aber für den Menschen mit Demenz ist sie die wahre Realität: Seine Taten und Handlungen – so seltsam sie uns auch erscheinen mögen – ergeben für ihn durchaus Sinn. Dies muss man akzeptieren lernen, ohne den Erkrankten dabei zu verkindlichen oder ihm jede Eigenständigkeit abzusprechen.“ Auch die richtige Kommunikation mit dem Angehörigen sei entscheidend: „Einfache Sprache und positive Formulierungen sind das A & O. Verpacken Sie Ihre Worte in verständliche  Botschaften und wiederholen Sie diese. Räumen Sie Ihrem Gegenüber dabei die nötige Zeit ein, die Information zu verarbeiten und darauf zu reagieren, ohne ungeduldig zu werden. Bestärkung und Lob sind zielführender als Kritik und Korrektur – das ist schließlich nicht nur bei Menschen mit Demenz so.“ Bei all diesen Herausforderungen ist es genauso wichtig, auf sich selbst zu achten. Niemandem ist geholfen, wenn man sich selbst vernachlässigt und völlig entkräftet. „Suchen Sie sich Unterstützung. Ein Pflegedienst, Angehörige, Partner oder auch Nachbarn können größere und kleinere Aufgaben übernehmen“, sagt Dr. Jüres.

Menschen mit Demenz beim Klinikaufenthalt unterstützen

Auch für Kliniken ist es eine Herausforderung, der steigenden Anzahl an Patienten, die an Demenz erkrankt sind, gerecht zu werden. Ein Krankenhausaufenthalt stellt wohl für jeden Patienten eine schwierige Situation dar. Ein Demenzkranker erlebt dieses Gefühl noch stärker: Die gewohnte Umgebung und bekannte Personen fehlen, die Orientierung geht verloren. „Es entsteht eine große psychische Belastung, die unter Umständen dazu führt, dass die Behandlung verweigert wird oder sich die Symptome gar verschlimmern“, erklärt Jens Bosenick, Pflegedirektor im HELIOS Klinikum Gifhorn. „Auch für Angehörige ist ein Krankenhausaufenthalt oft eine Zerreißprobe“, unterstreicht er.

In Gifhorn arbeiten daher eine speziell ausgebildete Demenzbeauftragte sowie sieben Alltagsbegleiterinnen eng mit den an Demenz erkrankten Patienten zusammen. „Menschen mit Demenz haben besondere Bedürfnisse. Um diese besser zu verstehen und auch erkennen zu können, ist ein Bindeglied zwischen ihnen und ihrer Umwelt hilfreich. Ich stehe den demenzkranken Patienten zur Seite und möchte für einen besseren Umgang mit ihnen sorgen“, erläutert Sandra Asche, Demenzbeauftragte im HELIOS Klinikum Gifhorn. Auch weitere HELIOS Kliniken haben es sich zur Aufgabe gemacht, Patienten mit Demenz gezielt zu unterstützen. Das HELIOS Klinikum Uelzen beispielsweise organisiert einmal im Monat das Café Vergissmeinnicht, in dem sich Betroffene und Angehörige begegnen und austauschen.

Das Schlüsselwort lautet: Kommunikation

Der richtige Umgang mit Demenz erfolgt in allen Richtungen immer wieder über dasselbe Mittel, nämlich Kommunikation. Zunächst muss das Thema immer wieder in den Fokus gerückt werden, um Vorurteile abzubauen und Menschen mit Demenz den Raum in unserer Gesellschaft zu geben, den sie zahlentechnisch schon längst einnehmen – nämlich einen zentralen. Der Welt-Alzheimertag und die ihn begleitenden Veranstaltungen sind hier ein wichtiges Mittel.

Auch im direkten Umgang mit demenzkranken Patienten ist vor allem die Kommunikation entscheidend. Das gilt für pflegende Angehörige genauso wie für Mitarbeiter in Krankenhäusern. Letztlich geht es darum, sich auf die veränderte Lebenswirklichkeit des Gegenübers einzustellen. So kann die Kommunikation weiterhin funktionieren, auch wenn sie durch die Krankheit erschwert und schlichtweg anders wird. Dr. Jüres betont: „Eines der größten Vorurteile ist es, Menschen mit Demenz könnten keine Lebensqualität mehr erleben. Dies ist jedoch eine völlig falsche Vorstellung.  Es ist unsere Aufgabe zu lernen, mit einem erkrankten Angehörigen unterstützend zu kommunizieren und umzugehen. Dann können viele schöne gemeinsame Stunden verbracht werden.“

Ihre Ansprechpartner vor Ort

HELIOS Klinik Bad Gandersheim
Geriatrie
Dr. med. Thorsten Denecke
Leitender Arzt
Tel.: (05382) 702-11 39
Fax: (05382) 702-11 59
E-Mail: thorsten.denecke@helios-kliniken.de

HELIOS Klinik Herzberg/Osterode
Geriatrie
Dr. med. Frank Füldner
Chefarzt
Tel.: (05521) 866-265
Fax: (05521) 866-791
E-Mail: frank.fueldner@helios-kliniken.de

HELIOS Kliniken Mittelweser
Geriatrie
Dr. med. Torben Jüres
Chefarzt
Tel.: (05761) 9007-205
Fax: (05761) 9007-206
E-Mail: torben.jueres@helios-kliniken.de

HELIOS Klinikum Gifhorn
Geriatrie
Dr. Michael Liebetrau
Chefarzt
Tel.: (05371) 87-3570
Fax: (05371) 87-1830
E-Mail: michael.liebetrau@helios-kliniken.de

HELIOS Klinikum Hildesheim
Geriatrie
Dr. Konstantin Lekkos
Chefarzt
Tel.: (05121) 894–5051
Fax: (05121) 894–5055
E-Mail: konstantin.lekkos@helios-kliniken.de

HELIOS Klinikum Salzgitter
Geriatrie/Altersmedizin
Dr. med. Hans-Thomas Hildebrand
Chefarzt
Tel.: (05341) 835-1680
Fax: (05341) 835-1832
E-Mail: hans-thomas.hildebrand@helios-kliniken.de

HELIOS Klinikum Uelzen
Geriatrie
Tamara Mädge
Chefärztin
Tel.: (0581) 83-1901
Fax: (0581) 83-1904
E-Mail: tamara.maedge@helios-kliniken.de

HELIOS St. Marienberg Klinik Helmstedt 
Geriatrie
MUDr.PhDr./Univ.Prag Jozef Rakicky 
Chefarzt
Tel.: (05351) 14 - 14 61
Fax: (05351) 14 - 82 40
E-Mail: stefanie.ohk@helios-kliniken.de (Kontakt bitte über das Sekretariat)

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