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Bluthochdruck

Stille Gefahr

Aufregung oder Belastung lassen den Blutdruck ansteigen. Ist er jedoch dauerhaft erhöht, kann es gefährlich werden: Herzinfarkt oder Schlaganfall können die Folge sein. Blutdruckexperten erläutern, was man dagegen tun kann.

Deutschland ist Spitzenreiter: Mehr als 30 Millionen der Deutschen leiden unter Bluthochdruck – die meisten davon ohne es zu ahnen. „Die ersten Warnsignale wie Leistungsabfall, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Nasenbluten oder Nervosität sind eher unspezifisch und treten nicht bei jedem Betroffenen auf. Daher bleibt der Bluthochdruck oft jahrelang unerkannt. Dabei ist er meistens Auslöser für weitreichende Erkrankungen und sollte deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Schillinger, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Intensivmedizin, Neurologie und Pneumologie an der HELIOS Albert-Schweitzer-Klinik Northeim. Ernst zu nehmen sind die Folgeerkrankungen: Ein dauerhaft zu hoher Blutdruck schädigt lebenswichtige Organe und kann Auslöser für Nierenerkrankungen, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sein.

Herz auf Hochtouren

„Bei erwachsenen Menschen sind Blutdruckwerte von 120/80 mmHg normal. Über den Tag hinweg schwanken diese Werte bei den meisten Menschen. So steigt der Blutdruck, wenn wir aufgeregt sind oder uns körperlich anstrengen zeitweise, und pendelt sich danach wieder im Normalbereich ein. Der Körper kann den Blutdruck also regulieren und ihn an die jeweilige Situation anpassen. Erst wenn die Blutdruckwerte dauerhaft erhöht sind, spricht man von Bluthochdruck“, so Prof. Dr. Burkhard Kreft, Chefarzt der Klinik für Nephrologie und Dialyseverfahren am HELIOS Klinikum Hildesheim. Woher der hohe Blutdruck kommt, kann in vielen Fällen nicht genau diagnostiziert werden.

Dennoch gibt es bestimmt Risikofaktoren, die einen Bluthochdruck begünstigen: Rauchen und schlechte Ernährung schädigen die Gefäße, aber auch Übergewicht und zu viel Stress sorgen dafür, dass unser Herz ununterbrochen auf Hochtouren arbeiten muss. Selbst im Schlaf sinkt der Blutdruck dann kaum noch – die Erholungsphasen werden immer kürzer und der Körper immer schwächer. Das Herz kann die negativen Einflüsse zwar einige Zeit kompensieren – ohne Behandlung drohen jedoch langfristige Schäden. Eine frühe Diagnose und eine individuelle Therapie sind daher besonders wichtig. „Wird Bluthochdruck rechtzeitig festgestellt, können langfristige Schäden an Herz und Gefäßen verhindert werden. Durch die richtige Behandlung und eine angepasste Lebensweise lässt er sich sogar wieder senken – so können wir auch das Risiko für Folgeerkrankungen reduzieren oder verzögern“, weiß Dr. Klaus-Werner Diederich, Chefarzt der Abteilung für Kardiologie in der HELIOS St. Marienberg Klinik Helmstedt.

Die Treppe statt den Aufzug nehmen

Neben der Einnahme von Medikamenten können die meisten Menschen selbst etwas gegen die stille Gefahr tun. Wer anfängt, auf die Signale seines Körpers zu hören, sich mehr bewegt und gesünder isst, kann das gesamte Herz-Kreislaufsystem stärken und im wahrsten Sinne des Wortes Druck abbauen. „Auch das regelmäßige Überprüfen der eigenen Blutdruckwerte sollte zur Routine gehören – das kostet nicht viel Zeit und lässt sich bequem zu Hause erledigen“, rät Dr. Diederich. Sind die Werte wiederholt erhöht, ist der Gang zum Arzt erforderlich. Der kann ein genaues Risikoprofil erstellen und weitere Untersuchungen, wie eine 24-Stunden-Blutdruckmessung, durchführen. Wir geben Ihnen Tipps, was Sie sonst noch im Alltag dafür tun können, um Ihren Blutdruck zu senken:

  • Bewegung: Treiben Sie regelmäßig Sport. Mindestens drei Mal wöchentlich 30 Minuten, beispielsweise Rad fahren, Laufen, Walken, Tennis spielen. Steigern Sie auch die Bewegung im Alltag: Nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug und steigen Sie wann immer möglich aufs Fahrrad statt ins Auto.
  • Gesunde Ernährung: Halten Sie feste Mahlzeiten ein. Meiden Sie Fastfood und Softdrinks – sie enthalten meist viel Fett, Salz oder Zucker. Verzichten Sie aufs Nachsalzen.
  • Abnehmen: Bei Übergewicht dringend das Körpergewicht reduzieren. Hierdurch kann das Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln, gesenkt werden.
  • Alkoholbeschränkung: Nehmen Sie maximal 30 Gramm Alkohol an einem Abend zu sich - das entspricht etwa einem viertel Liter Wein oder 0,6 Liter Bier.
  • Nikotinverzicht: Rauchen kann den Blutdruck akut steigern und ist ein weiterer Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen.
  • Entspannen lernen: Chronischer Stress kann nachweislich die Entwicklung von Bluthochdruck fördern. Sport und Entspannungsübungen sind optimal, um diesem entgegenzuwirken.

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