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Gut vorgesorgt: Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Alter, Unfall, schwere Krankheit – jeder kann in die Lage kommen, nicht mehr selbst über sein Leben bestimmen zu können. Wer bereits in gesunden Tagen seine Angelegenheiten regelt, kann auch in Alter und Krankheit selbstbestimmt leben.
Mit einer Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht können Sie für den Fall der Fälle versorgen. (Foto: Fotolia)

Eine Vorsorgevollmacht halten die meisten Menschen zwar prinzipiell für sinnvoll, eilig haben sie es damit jedoch nicht. Schließlich fühlen sie sich noch relativ fit und erwarten keine rasante Verschlechterung. Aber Unfälle passieren in der Regel ohne Ankündigung. „Dass in einer Notsituation automatisch die Verantwortung vollständig an die Angehörigen geht, ist leider ein weitverbreiteter Irrglaube“, erklärt Hendrik Heinze, Regionalleiter Recht in der Helios Region Niedersachsen. „Ohne Vollmacht sind selbst Ehepartner bisher nicht in allen Fällen berechtigt, sich gegenseitig zu vertreten.“ Um in einem solchen Fall die gerichtliche Bestellung eines Betreuers zu vermeiden, gilt es, frühzeitig vorzusorgen.

Alternative zum gerichtlich bestellten Betreuer

„Die Vorsorgevollmacht regelt, wer im Ernstfall wichtige Entscheidungen treffen darf, wobei unbedingt auf die Form – insbesondere für Vollmachten gegenüber Banken o.ä. – geachtet werden muss“, sagt Hendrik Heinze. Während eine Vorsorgevollmacht eine Person ermächtigt, den Patienten in bestimmten Angelegenheiten zu vertreten, bestimmt die Patientenverfügung, was der Bevollmächtigte oder ein Arzt im Fall der Entscheidungsunfähigkeit des Patienten tun soll. Wer sichergehen möchte, dass alles so geregelt wird, wie er es will, sollte seine Vorsorgevollmacht mit einer Patientenverfügung kombinieren.

Hendrik Heinze erläutert wesentliche Bestandteile der Patientenverfügung: „Sie legt fest, wie die spätere medizinische Behandlung insbesondere im Hinblick auf lebensverlängernde Maßnahmen für den Fall der eigenen Entscheidungsunfähigkeit aussehen soll. Man trifft Aussagen darüber, unter welchen Bedingungen eine medizinische Behandlung erfolgen soll oder aber, wann man eine Behandlung ablehnt.“ Durch diese Festlegung erleichtern Patienten auch ihren Angehörigen Entscheidungen, die diese sonst selbst verantworten müssten. 

Hilfe bei fehlender Vertrauensperson

Wer keine Vertrauensperson in seinem Umfeld hat, die er zum Bevollmächtigten benennen kann, sollte eine Betreuungsverfügung verfassen. Im Gegensatz zum Bevollmächtigten unterliegt der Betreuer der gerichtlichen Kontrolle. „Er hat dieselben Aufgaben wie ein durch eine Vorsorgevollmacht eingesetzter Bevollmächtigter, ist in seinen Entscheidungen allerdings nicht so frei und muss bezahlt werden“, nennt Hendrik Heinze den wesentlichen Unterschied.

Im Internet finden sich zahlreiche Vordrucke und Textbausteine zu Patientenverfügungen  und Vorsorgevollmachten. „Bei diesem komplizierten Thema empfiehlt sich aber eine ausführliche Beratung“, rät Hendrik Heinze. Anlaufstellen sind Verbraucherzentralen mit ihren Beratungsstellen, die städtische Betreuungsstelle, Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Hospize aber auch Anwälte und Notare. Die Kosten der Beratung sollten vorher geklärt werden. Ein Arzt kann erklären, welche medizinischen Folgen bestimmte Wünsche und Entscheidungen haben.

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