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Ein Kuss zum Abschied

Der letzte Wunsch

Einmal noch ihr Lieblingspferd Frieda sehen: Das Team der Palliativstation des HELIOS Klinikums Hildesheim erfüllt zusammen mit Angehörigen den letzten Wunsch einer inzwischen verstorbenen 82-jährigen Patientin.
Pures Glück: Es scheint als würde Stute Frieda Maria Schneider einen Kuss aufdrücken. Quelle: privat

Maria Schneider hat die letzten zwei Wochen in ihrem Leben auf der Palliativstation des HELIOS Klinikum Hildesheim verbracht. Die 82-Jährige aus Wendhausen hatte ein erfülltes Leben. Sie war 60 Jahre lang glücklich verheiratet und hat zwei Söhne groß gezogen. Bis zur ersten schweren Diagnose als sie 66 Jahre alt war. Es folgten mehrere Krebserkrankungen und 19 Krankenhausaufenthalte in 16 Jahren. Im Herbst des letzten Jahres dann ein weiterer Schicksalsschlag: ein Tumor im Magen, der bereits in andere Organe gestreut hatte und nicht mehr operabel war. Die Ärzte und Pflegekräfte konnten nichts mehr für sie tun, außer ihr die Schmerzen zu nehmen und für sie und ihre Familie da zu sein.

Sohn bringt Pferd ans Klinikum

Der letzte Wunsch der Schwerstkranken war es, Abschied von Ihrem geliebten Pferd Frieda zu nehmen. Früher hatten sie das Pferd ihres Sohnes Thomas Schneider (49) zusammen mit ihrem Mann Josef regelmäßig besucht. Das war durch die Erkrankung nicht mehr möglich. In der letzten Lebenswoche haben ihr die Klinikleitung, Stationspersonal und Familie den Wunsch gemeinsam erfüllt. Um das möglich zu machen, hat ihr Sohn Thomas die 16 Jahre alte Stute aus dem 50 Kilometer entfernten Reitverein in Oldhorst nach Hildesheim ans Klinikum gebracht. Die 82-Jährige, die sonst von der Krankheit geschwächt war und die meiste Zeit im Patientenbett verbracht hat, war an diesem Tag so mobil, dass sie mit einem Rollstuhl zu ihrem Pferd auf dem Klinikumsgelände gebracht werden konnte. Als sie Frieda sah, die ihren Kopf aus dem Hänger gestreckt hatte, war die Überraschung groß und ihr liefen die Freudentränen den Wangen herunter. Frieda verabschiedete sich von Maria Schneider mit einem sanften Stupser, der auch als Kuss durchgehen könnte.

Mitarbeiter sehr bewegt
Die Palliativterasse des HELIOS Klinikum Hildesheim. Quelle: Tobias Wölki

Auch die Mitarbeiter des Krankenhauses waren tief bewegt von der Begegnung. „Jetzt noch einmal einen Herzenswunsch erfüllt zu bekommen, bedeutet für Sterbende sehr viel. Frau Schneider ist bei ihrem Aufenthalt bei uns wahrlich noch einmal aufgeblüht. Sie war ein sehr fröhlicher Mensch und wir konnten viel zusammen lachen. Das ist etwas Besonderes“, erzählt Brigitte Koczy, Stationsleitung Palliativstation des HELIOS Klinikum Hildesheim.

Vier Tage nach dem Besuch durften sie noch den Geburtstag der Mutter zusammen feiern bevor Maria Schneider in der Nacht im Beisein ihres Sohnes Thomas friedlich eingeschlafen ist. „Ihrer Frieda einen letzten Kuss zu geben und sie noch mal zu sehen, war ein Abschied und die Verwirklichung ihres letzten Wunsches. Dass das möglich gemacht wurde, dafür bin ich den Mitarbeitern und der Klinikleitung sehr dankbar. Das gesamte Team der Palliativstation hat sich rührend  und mit viel Einfühlungsvermögen um meine Mutter und um uns als Angehörige gekümmert. Man merkt, dass das nicht nur ihr Beruf ist, sondern ihre Berufung“, sagt Thomas Schneider.

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