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Frühjahrsmüdigkeit

Der „Hang-over“ nach der Trägheit des Winters

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen, Blumen sprießen und Bäume grünen – während die Natur zur Höchstleistung auffährt, machen viele Menschen schlapp. Was hat es mit der Frühjahrsmüdigkeit auf sich? Und was macht müde Menschen munter?

Auch, wenn die Symptome in Einzelfällen sehr ausgeprägt sein können, handelt es sich bei Frühjahrsmüdigkeit nicht um eine Krankheit. Typisch ist eine intensive Schläfrigkeit am Tag und Schlafstörungen in der Nacht.  Zusätzlich können auch allgemeine Abgeschlagenheit, Kreislaufprobleme, Gereiztheit oder Kopfschmerzen auftreten. Dr. Michael Hamm, Schlafmediziner und Ärztlicher Leiter der Helios Lungenklinik Diekholzen, erklärt, was hinter dem Phänomen Frühjahrsmüdigkeit steckt: „Eine wichtige Rolle spielen die Wetterumstellung und die länger werdenden Tage. Nach einem langen, dunklen Winter sind die Speicher des Gute-Laune-Hormons Serotonin relativ leer, dafür ist die Konzentration des Schlafhormons Melatonin hoch. Das zunehmende Tageslicht im Frühjahr aktiviert die Serotoninproduktion. Diese erhöhte Aktivität führt aber auch zu einer intensiveren Erschöpfung.“ Der Körper stellt sich nur langsam von der dunklen auf die helle Jahreszeit um. So dauert es etwa einen Monat, bis er sich an die wärmeren Temperaturen gewöhnt hat und ein Gleichgewicht der Hormone wieder hergestellt ist.

Mit Licht und Bewegung gegen das große Gähnen

Um dem Kreislauf aus Abgeschlagenheit, Kraft- und Lustlosigkeit zu entrinnen, lautet die Devise: Angriff ist die beste Verteidigung. „Man sollte sich auf keinen Fall dem Erschöpfungsgedanken hingeben, sondern diesem aktiv entgegentreten“, rät Dr. Si Huyen Nguyen, Leiter des Schlaflabors in der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt. „Viel Bewegung und Spaziergänge im Tageslicht kurbeln die Serotoninbildung an und das hebt die Laune.“ Tatsächlich gilt Tageslicht als zentraler Faktor, um die Frühjahrsmüdigkeit zu überwinden. Mit Bewegung an der frischen Luft gewöhnt sich der Körper an die neuen Lichtverhältnisse und wärmeren Temperaturen im Frühling. „Selbst an regnerischen Frühlingstagen bekommt der Körper draußen ausreichend muntermachendes Licht“, so Dr. Nguyen.

Viel Tageslicht statt Kunstlicht

Um die Schläfrigkeit schnellstmöglich hinter sich zu lassen, empfiehlt sich ein bis zwei Wochen lang immer nach dem Aufstehen nach draußen zu gehen und viel Licht zu tanken. Mit Hilfe dieses einfachen Programmes merkt man schnell, wie sich der Schlaf verändert. Wichtig ist jedoch dabei, sich am Abend weniger dem Kunstlicht auszusetzen. Wer kann, sollte also zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und vor dem zu Bett gehen auf das Smartphone oder das Tablet verzichten.

Wer sich über einen längeren Zeitraum müde und erschöpft fühlt, sollte auf jeden Fall einen Arzt um Rat fragen. „Denn in solchen Fällen liegt nicht selten ein nichterholsamer Schlaf vor und bei gleichzeitiger Angabe von Schnarchen ist dann ursächlich eine Schlafapnoe sehr wahrscheinlich“, erklärt Dr. Nguyen.

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