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Weltblutspendetag

Blut – Unser Lebenssaft

Es ist die Lieblingsspeise der Vampire und kein Mensch könnte ohne diese spezielle Flüssigkeit leben: das Blut. Welche lebenswichtigen Aufgaben es übernimmt und wie man durch eine Blutspende selbst zum Lebensretter werden kann, erklären Experten der Region Niedersachsen.
Foto: Dr. Michael Klopp

„Blut ist ein ganz besonderer Saft“ – diese Worte sagte schon Mephisto in Goethes Faust. Zu Recht, denn ohne das rote Lebenselixier, das unser Herz unermüdlich durch den gesamten Körper pumpt, wären wir nicht lebensfähig. „Ein erwachsener Mensch hat ein Blutvolumen von circa vier bis sechs Litern – bei Normalgewichtigen entspricht dies etwa sechs bis acht Prozent seines Körpergewichts“, so Prof. Dr. Detlev Ameis, Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie in der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt. Der Blutkreislauf ist das größte Transportsystem unseres Körpers: Die 10.000 Kilometer lange „Leitung“ stellt sicher, dass der Körper und Milliarden von Zellen mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen versorgt und gleichzeitig Stoffwechsel- und Abbauprodukte abtransportiert werden können. „Unser Blut ist aber auch ein Spiegel der Gesundheit und kann Auskunft über die Funktion und den Zustand verschiedener Organe wie Leber, Niere oder auch über die Schilddrüse, die Existenz bestimmter Bakterien oder Viren, die Höhe des Blutzuckerspiegels, oder die Konzentration von Hormonen geben“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Tebbenjohanns, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin des Helios Klinikum Hildesheim. Anhand der Blutwerte lassen sich auch Rückschlüsse auf Krankheiten wie Blutarmut, Leukämie oder Erbkrankheiten ziehen. Entsprechend sollte es zur Routine gehören, regelmäßig ein Blutbild beim Arzt erstellen zu lassen.

Multitalent und Lebenskünstler

Unser Blut versorgt alle Organe und ist für nahezu alle Körperfunktionen unerlässlich. Es setzt sich aus festen und flüssigen Bestandteilen zusammen: Das flüssige Blutplasma besteht zu etwa 90 Prozent aus Wasser, der Rest sind Eiweiße, Salze und andere Nährstoffe. Zu den festen Bestandteilen zählen rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sowie Blutplättchen (Thrombozyten). Die Mehrheit bilden die roten Blutkörperchen: Sie enthalten den roten Farbstoff, Hämoglobin, der dem Blut seine Farbe verleiht – ihre Aufgabe ist vor allem der Sauerstoff- und Kohlendioxidtransport. Die weißen Blutkörperchen gehören zum Abwehrsystem des Körpers. „Weiße Blutkörperchen erkennen körperfremde Zellen und können Bakterien, Viren und andere für den Körper gefährliche Krankheitserreger bekämpfen“, so Dr. Winfried Himmel, Ärztlicher Leiter der Inneren Medizin und Gastroenterologie der Helios Klinik Bad Gandersheim. Die Blutplättchen und weitere Eiweißbausteine des Blutes sind hingegen für die Blutgerinnung unentbehrlich: „Wird ein Blutgefäß verletzt, verkleben sie mit den Wundrändern und wirken dadurch wie ein ‚inneres Pflaster‘. Ohne sie würden wir schon bei kleinsten Verletzungen verbluten“ erläutert Dr. Himmel weiter. Nicht zuletzt regelt der Blutkreislauf auch die Körpertemperatur, indem die Wärme im gesamten Körper verteilt und so lebenswichtige Organe auf einer konstanten Temperatur von circa 37 Grad gehalten werden.

In zehn Minuten zum Lebensretter

„Rund 15.000 Blutkonserven werden in Deutschland täglich für lebensrettende Operationen, die Behandlung schwerkranker Menschen und die Notfallversorgung benötigt – 2.300 davon alleine in Niedersachsen“, sagt Dr. Wolfgang Mönch, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie des Helios Klinikum Uelzen. Trotz des hohen Bedarfs melden sich derzeit nur circa drei Prozent der Bevölkerung freiwillig für eine Blutspende. Mit dem Weltblutspendetag am 14. Juni 2018 soll auf die Relevanz von Blutspenden aufmerksam gemacht und dazu aufgerufen werden, sich als Spender zur Verfügung zu stellen. Gespendet werden kann nicht nur an diesem Tag, sondern zu jeder Zeit. Als Spender in Frage kommt, wer zwischen 18 und 68 Jahren ist und keine erkennbaren Krankheitszeichen aufweist. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt außerdem das Mindestgewicht des Spenders von 50 Kilogramm.

Die Blutspende an sich dauert in der Regel nicht länger als zehn Minuten. Für den gesamten Ablauf sollten jedoch circa 60 Minuten eingeplant werden (Erhebung persönlicher Daten, Eignungsfeststellung durch einen Arzt, Nachbetreuung). Neben dem guten Gefühl, anderen Menschen zu helfen, hat regelmäßiges Blutspenden auch positive Auswirkungen auf den eigenen Blutdruck und senkt das Risiko eines Schlaganfalles. Zudem dient das Spenden auch der Früherkennung von Krankheiten, denn jede Blutspende wird in speziellen Labors untersucht. Sollte das Labor von der Norm abweichende, auffällige Befunde feststellen, wird der betreffende Blutspender informiert.

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