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Wie viel Hygiene braucht es im Haushalt wirklich?

Hygiene im Krankenhaus ist für die Patientensicherheit unentbehrlich – keine Frage. Daher kümmern sich in allen Helios Kliniken speziell ausgebildete Fachkräfte täglich um dieses wichtige Thema. Doch gilt dies auch für die eigenen vier Wände?
In der Küche lauern besonders viele Keime. Deshalb sollten vor allem Schwämme und Lappen alle ein bis zwei Tage ausgetauscht und gewaschen werden.

Während einige Menschen versuchen, mit speziellen Reinigern ihre Wohnung klinisch rein zu bekommen, halten andere ein Zuviel an Hygiene gar für schädlich. Wie viel Hygiene es tatsächlich braucht, weiß Dr. Nicole Jensen. Sie ist leitende Krankenhaushygienikerin im Helios Klinikum Meiningen. „Zu Hause reichen normale Reiniger beim Putzen völlig aus“, erklärt Dr. Jensen. „Desinfektionsmittel sind im Haushalt in der Regel unnötig. Mehr noch, die verwendeten Wirkstoffe gelangen in die Umwelt und greifen dort das bakterielle Gleichgewicht an. Unter Umständen kann das sogar zu resistenten Bakterien führen“, so die Medizinerin weiter. Einzig wenn immungeschwächte oder pflegebedürftige Menschen im Haushalt leben, bedarf es gesonderter Hygienemaßnahmen.

Auch wenn es keine Spezialreiniger braucht, gilt es dennoch, einige Regeln zu beachten. Besonders in die Küche können durch Lebensmittel, etwa Geflügel, Krankheitserreger mitgebracht werden. Eine gründliche Reinigung der benutzten Küchengeräte beugt daher möglichen Infektionen vor. Und es lauern noch weitere Keimquellen: Alte Plastikbrettchen, die bereits viele Schnittfurchen haben, sind ein wahres Paradies für Bakterien. Geschirrtücher und Schwämme bieten oftmals den perfekten Nährboden für Bakterien, die so überall verteilt werden. „Viele denken nach wie vor, dass die Toilette der Ort mit den meisten Bakterien ist“, merkt Dr. Jensen an. Doch weit gefehlt: „Während die häuslichen Toiletten im Schnitt einmal in der Woche gereinigt werden, wird der Kühlschrank weitaus weniger bedacht. Entsprechend viele Bakterien finden sich dort.“

Hier einige Alltagstipps für die Hygiene im Haushalt:

Küche

  • Küchentücher und Lappen sollten alle ein bis zwei Tage ausgetauscht und bei 60 Grad gewaschen werden.
  • Tauschen Sie alte Plastikbrettchen mit tiefen Furchen aus.
  • Reinigen Sie Ihren Kühlschrank alle vier bis sechs Wochen. Dabei reicht es, wenn Sie das Gerät mit Essigreiniger auswischen. 


Bad

  • Verwenden Sie unterschiedliche Lappen, um Bad und Toilette zu reinigen.
  • Anstatt aggressive Mittel zu verwenden, putzen Sie lieber öfter.
  • Duschtücher sollten Sie höchstens dreimal benutzen. Handtücher, mit denen Sie ihr Gesicht trocknen, und Waschlappen sollten Sie noch öfter waschen – idealerweise nach jeder Nutzung. 


Schlaf- und Wohnzimmer

  • Bei der Bettwäsche reicht es aus, diese alle zwei bis vier Wochen zu waschen. In warmen Sommermonaten oder wenn Sie viel schwitzen, empfiehlt sich ein kürzerer Wechselrhythmus.
  • Kuscheldecken und Kissen geraten bei der Wäsche oftmals in Vergessenheit, auch wenn sie häufig genutzt werden. Alle vier bis acht Wochen sollte auch die Lieblingsdecke in die Waschmaschine.


 

Zu guter Letzt: 
Eine Maßnahme gilt für das Krankenhaus wie den Alltag gleichermaßen – die sorgfältige Händereinigung. Denn etwa 80 Prozent aller Infektionskrankheiten übertragen wir über die Hände.

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