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Helios Klinikum übt den Katastrophenfall

Massenanfall von Verletzten in Erfurt

Mehr als 60 Mitarbeiter melden sich freiwillig zum Dienst
Notfallübung in der Nacht zum Sonntag (30.09.): Mehr als 60 Mitarbeiter meldeten sich freiwillig zum Dienst. (Foto: Candy Welz)

24 teils schwerstverletzte Personen wurden in der Nacht auf Sonntag im Helios Klinikum infolge eines Sprengstoffanschlags versorgt. Das Szenario war Teil einer Übung von Einsatzkräften der Feuerwehr, der Rettungsdienste und des Katastrophenschutzes der Landeshauptstadt Erfurt und angrenzender Landkreise am Erfurter Hauptbahnhof.

Mittarbeiter des Rettungsdienstes übergeben einen "Verletzten" an die Unfallärzte des Helios Klinikums Erfurt.

„Durch das wirklichkeitsnahe Agieren wollten wir unser Abläufe und unser Personal im Ausnahmezustand erproben“, so der Ärztliche Direktor Prof. Dr. med. Dirk Eßer. Seine erste Einschätzung in den frühen Morgenstunden: „Wir sind für den Ernstfall gerüstet und haben viel gelernt.“ Zudem dankte er allen Kolleginnen und Kollegen, die die Gelegenheit zum Üben nutzen wollten und freiwillig zum Dienst kamen. Besonderer Dank galt den Koordinatoren Dr. Beate Lenk, Dr. Simone Liebl-Biereige und Dr. Dara Orangi.

In Wellen wurden über die Rettungsdienste insgesamt drei leicht verletzte, zehn schwer verletzte und elf akut vital bedrohte Personen ins Klinikum. Neben Verbrennungen und Kopfverletzungen wiesen einige Patientendarsteller auch lebensbedrohliche Verletzungen verschiedener Körperregionen, ein sogenanntes Polytrauma auf. „Wir wussten zwar, wann die Krankenhaus-Übung stattfindet, nicht jedoch, was die Patienten für Beschwerden aufweisen“, so der Ärztliche Direktor weiter. „Im Vorfeld haben wir unsere Abläufe überprüft und unsere Teams allgemein auf die Gefahrenlage vorbereitet.“

Während die Notaufnahme im Helios Klinikum Erfurt am Tag im Schnitt knapp 150 Patienten mit Erkrankungen bzw. Verletzungen unterschiedlichster Schweregrade versorgt, benötigten im Rahmen der Übung vergleichsweise doppelt so viele und noch dazu deutlich mehr Schwerstverletzte Hilfe. Prof. Eßer: „Wir haben uns bewusst für die maximal vertretbare Anzahl an Verletzten entschieden, um unsere Organisation unter Extrembedingungen zu testen. Im Notfall müssen alle Kräfte mobilisiert werden.“ Zur Normalbesetzung wurden für die Übung etwa 450 Mitarbeiter des Helios Klinikums Erfurt alarmiert. Etwa 60 Fachärzte, Pflegekräfte und weitere Helfer eilten innerhalb der ersten Stunde nach Auslösung des Alarms ins Klinikum, um zu helfen.

Bei einem Katastrophenfall mit vielen Schwerverletzten greife ein vorher definierter Alarm- und Einsatzplan, erklärt Eßer. „Dann werden aus einigen Fachbereichen so viele Mitarbeiter wie möglich in die Klinik gerufen, um die Patienten gleichzeitig versorgen zu können.“ Dazu gehören Ärzte aller operativen Fächer, Anästhesisten, Intensivmediziner, das Personal der Notaufnahme, Radiologie und dem Operationssaal. „Jeder wird mit seinen Fähigkeiten gebraucht. Außerdem müssen in kürzester Zeit Behandlungsplätze vorbereitet, Liegen und medizinisches Gerät herbeigeschafft werden“, beschreibt Prof. Eßer die Herausforderungen.

Die Übung in der Nacht zum Sonntag, Szenarien im Simulationszentrum und ein breites Spektrum an jährlichen Fort- und Weiterbildungen dienen dazu, das Klinikpersonal auf Ausnahmesituationen gezielt vorzubereiten, Mechanismen einspielen. „Das Szenario der Stadt war eine große Chance, unter verschärften Bedingungen zu trainieren. Wir wollten sehen, wie die Arbeit in der Notaufnahme und Überleitung in die einzelnen Behandlungsteams insbesondere an den Schnittstellen Ambulanz, OP und Radiologie klappt.“ Das erste Fazit fällt positiv aus. Prof. Dirk Eßer: „Vieles war intuitiv richtig. An manchen auf dem Papier klar definierten Abläufen müssen wir weiter arbeiten, um für unsere Patienten noch besser zu werden.“

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