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Glückwünsche für langjährigen Chirurgen

„Ich würde mich immer wieder für diesen Beruf entscheiden“

Heiner Blaut, ehemaliger Chefarzt der HELIOS Klinik Blankenhain, feiert am 13. Februar seinen 80. Geburtstag
Über 40 Jahre arbeitete Dr. Heiner Blaut in der Blankenhainer Klinik.

„Früher haben wir im Jahr 650 Entbindungen im Krankenhaus in Blankenhain gehabt“, erzählt Dr. Heiner Blaut, der von 1961 bis 2002 in der HELIOS Klinik Blankenhain beschäftigt war. Doch nicht etwa als Gynäkologe.  Damals gehörten die Geburtshilfe und auch urologische Eingriffe zu den Aufgaben, die die Chirurgen zusätzlich übernehmen mussten. „Grund war der Ärztemangel“, erklärt Dr. Blaut. Bis 1967 gab es in Blankenhain eine Geburtsstation. 

„Die Ausbildung war wirklich einmalig“, so der 79-Jährige. Und auch an seinen Lehrer, Dr. Kollmann (der damalige Chefarzt der Chirurgie), erinnert er sich gern. Die vielfältigen Aufgaben sah er damals eher als Herausforderung. Obwohl die Arbeitsbelastung groß war. „Morgens um 7 Uhr ging es im OP los bis zum frühen Nachmittag, das war die beste Zeit“. Der familiäre Kontakt zu den Mitarbeitern sei ihm immer besonders wichtig gewesen. Auch als er ab 1973 die Leitung der gesamten Chirurgie in der Blankenhainer Klinik übernahm. Ebenso wichtig war ihm das ausführliche Gespräch mit den Patienten vor jeder Operation, wie er sagt. Dafür nahm er auch in Kauf, dass sich so mancher Arbeitstag bis in den Abend hinzog.

Das Schöne war damals, so sieht es Dr. Blaut in der Rückschau, dass die Fachambulanz direkt zur Klinik gehörte und  auf dem Gelände angesiedelt war. „Dadurch lag die Behandlung der Patienten in einer Hand, wovon beide Seiten profitierten.“ Polikliniken und Medizinische Versorgungszentren sind nach seiner Ansicht wieder ein Schritt in diese Richtung.

Nach der Wende wurde die Chirurgie aufgeteilt. Dr. Gellner übernahm die Unfallchirurgie und Dr. Blaut konzentrierte sich auf die Allgemein- und Viszeralchirurgie. Viele technische Neuerungen stürmten auf die Ärzte ein. Minimalinvasive Eingriffe wurden auch in Blankenhain beispielsweise bald Standard. „Ich weiß noch, dass wir für die erste minimalinvasiv operierte Galle drei Stunden brauchten, nach einem halben Jahr dauerte so ein Eingriff in der Regel nur noch 20 Minuten.“ Gern erinnert er sich an diese ereignisreiche Zeit.

„Wenn man solange in einem Haus arbeitet, gehört man schon fast zum Inventar“. So wie Dr. Blaut das sagt, meint man auch 15 Jahre nach seinem Abschied aus der Klinik noch etwas Wehmut in seiner Stimme zu hören. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er noch gern ein oder zwei Jahre länger gearbeitet, wie er zugibt. Deshalb hängte er auch im Ruhestand den Doktorkittel nicht ganz an den Nagel. Er arbeitete zum Beispiel an einem Integrationsprojekt für ausländische Ärzte in Weimar mit, gab an der Uni in Jena einen Nahtkurs für Medizinstudenten und an der Medizinischen Fachschule in Weimar OP-Unterricht.

Mittlerweile hat sich der ehemalige Chirurg aber an seinen Ruhestand gewöhnt und genießt es mit seiner Frau auf Reisen zu gehen oder gute Bücher zu lesen. Wo Heiner Blaut am 13. Februar seinen 80. Geburtstag feiert, will er nicht verraten. Er hält nicht viel von großem Tamtam um seine Person. Die HELIOS Klinik Blankenhain wünscht dem Jubilar an dieser Stelle alles Gute und viel Gesundheit. Herzlichen Glückwunsch!

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