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Videosprechstunde

"Hallo Herr Online-Doktor..."

Reges Begängnis Anfang dieser Woche, als sich zahlreiche Journalisten, Kameramänner und Fotografen in der Praxis von Dr. Danny Nummert-Schulze in Hartha drängelten. Alle wollten dabei sein, als Barbara Klepsch, Sachsens Sozialministerin, dem Allgemeinmediziner bei einer Videosprechstunde live über die Schulter schaute.
Als einer von 21 Helios-Ärzten in Sachsen bietet auch Dr. Danny-Nummert Schulze Videosprechstunden in Hartha an. Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch überzeugte sich live von den Vorteilen der digitalen Sprechstunde. Foto: Thomas Oberländer

"Hallo Herr Maroe, geht es Ihnen gut?", fragt Dr. Danny Nummert-Schulze seinen Patienten. Das Ungewöhnliche daran: Hans-Jürgen Maroe sitzt ihm gar nicht an seinem Schreibtisch gegenüber, sondern der ältere Patient befindet sich in einem Paudritzscher Pflegeheim. Arzt und Patient sehen sich lediglich über Computerbildschirme und können sich trotzdem unterhalten und austauschen.

Neben Dr. Nummert-Schulze sitzt Barbara Klepsch, sächsische Ministerin für Soziales und Verbraucherschutz, und verfolgt gespannt die Videosprechstunde des Harthaer Arztes. Sie war der Einladung des Helios MVZ Leisnig gefolgt, sich live davon zu überzeugen, wie das noch verhältnismäßig junge Projekt "Videosprechstunde" im Alltag funktioniert. 

Journalisten, Fotografen und Kameramänner verfolgten gespannt die Videosprechstunde mit Dr. Danny Nummert-Schulze und Sozialministerin Barbara Klepsch. Foto: Thomas Oberländer

Die Ministerin war begeistert: "Videosprechstunden sind nur ein erster Schritt. Ich freue mich, dass es so engagierte Ärzte und Kliniken gibt, die solche Entwicklungen aufgreifen. Sie machen diese Mehrwerte sowohl für Patienten als auch für sich selbst nutzbar und helfen dabei, Unsicherheiten auzuräumen." 
Für Dr. Nummert-Schulze bringen die Videosprechstunden schon jetzt für beide Seiten eine Erleichterung. "Patienten, die aufgrund ihrer Arbeitszeit nicht in meine Praxis kommen können oder die einen langen Anfahrtsweg haben, profitieren von den Videosprechstunden. Und auch ich kann meine Arbeitsabläufe optimieren", erzählt er. Dabei eigne sich die Sprechstunden per Tablet besonders für Verlaufskontrollen oder zum Besprechen von Befunden. Zurzeit sind es 40 bis 50 Patienten, die der Allgemeinmediziner so betreut. "Natürlich bestelle ich die Patienten aber zu mir in die Praxis ein, wenn ich das Gefühl und den Eindruck habe, mir die ein oder andere Sache genauer anschauen und mit dem Patienten direkt reden zu wollen." 
Für die Zukunft wünscht er sich, dass gerade Pflegeheime noch mehr von den Vorteilen einer Videosprechstunde profitieren. Manchmal sei es nur eine Unsicherheit beim Pflegepersonal, die sich mit Hilfe der Online-Sprechstunde schnell und unkompliziert klären lassen könne, erklärt er. 

Videosprechstunden

Seit dem 1. September 2018 können Ärzte in Sachsen aufgrund eines Beschlusses der Sächsischen Landesärztekammer Videosprechstunden anbieten. Voraussetzung ist, dass es einen persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patienten gegeben hat. Technisch funktioniert eine Videosprechstunde ähnlich wie eine Skypeverbindung, nur sicherer. Der Patient benötigt lediglich ein Smartphone, ein Tablet oder einen Computer mit einer Kamera und eine möglichst stabile Internetverbindung. Derzeit bieten 21 Helios-Ärzte aus Sachsen die Videosprechstunde an - Tendenz steigend. 

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