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Weltnichtrauchertag 2017

Der Wille ist entscheidend

Chefarzt der Thoraxchirurgie am HELIOS Klinikum Erfurt gibt anlässlich des Weltnichtrauchertags (31. Mai) Tipps zur Rauchentwöhnung

306 Mal wurde im Jahr 2016 im HELIOS Klinikum Erfurt Lungenkrebs diagnostiziert. Nur 74 dieser Patienten konnten mit heilendem Ansatz im Thoraxzentrum des Klinikums operiert werden. Der Chefarzt der Thoraxchirurgie, Dr. Jörg Kluge, untermauert diese Zahlen noch weiter: „Neun von zehn Lungenkrebsdiagnosen bei Männern lassen sich auf das Rauchen zurückführen. Bei Frauen sind es sieben von zehn.“ Vermeidbare Fälle, ist sich der Spezialist sicher. Aber wie kommt man los vom Glimmstängel?

„Der erste Schritt im Allgemeinen sind präventive Maßnahmen. Wer nie mit dem Rauchen beginnt, muss auch nicht aufhören“, so der Chefarzt. Tabakwerbung beispielsweise sei in Deutschland noch immer erlaubt und könne auch junge Menschen zur Zigarette verleiten. Aber Dr. Kluge sieht auch die Fortschritte in der präventiven Arbeit. Der Tabakkonsum hat sich seit 1995 halbiert, das Qualmen ist nicht mehr so gesellschaftsfähig wie noch in den 90ern. Und auch die Rauchverbote in Gebäuden fördern die Gesundheit, vor allem von Passivrauchern. „Das passive Rauchen ist nahezu genauso schädlich, wie das aktive Rauchen selbst.“, weiß Dr. Kluge. 

Dr. Jörg Kluge, Chefarzt der Thoraxchirurgie im HELIOS Klinikum Erfurt.


Aber auch für diejenigen, welche dem Nikotin bereits verfallen sind, hat der Thoraxchirurg ein paar Tipps parat. Der Kontakt zu anderen Rauchern sollte möglichst eingeschränkt sein. Denn hier ist Versuchung, dem blauen Dunst zu verfallen, besonders hoch. Außerdem ist es sinnvoll, sich eine feste Frist zu setzen, ab der sämtliche Zigaretten ausbleiben. „Nach und nach den Konsum zu reduzieren erschwert den Abgewöhnungsprozess unnötig“, so Dr. Kluge. Die E-Zigarette als Abgewöhnungsinstrument sieht er kritisch. Es mangele an Langzeitstudien. Der Beleg, dass sie tatsächlich unschädlich seien, fehle. 

Der wichtigste Punkt sei aber ein anderer: Der Wille, das Rauchen aufzugeben. Fehlt dieser, schwinden die Erfolgschancen, dauerhaft Nichtraucher zu werden. Der Entwöhnungsprozess sei hauptsächlich Kopfsache, stark geprägt durch die eigene Überzeugung. Den körperlichen Entzugsprozess könnten Nikotinpflaster und Kaugummis unterstützen.

Übrigens: Wer die Zigarette aufgibt, kann schnell Erfolge verbuchen. Bereits nach zwanzig Minuten ist ein geringerer und gesünderer Blutdruck messbar. 24 Stunden später verringert sich das Herzinfarktrisiko und ab zwei Wochen steigert sich die Lungenkapazität spürbar. 

„Wenn man wirklich überzeugt ist, das Rauchen aufzugeben, dann schafft man es“, gibt sich Dr. Kluge überzeugt. „Der Wille und die innere Überzeugung sind das A und O, um den großen Schritt des Aufhörens zu bewältigen.“

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