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Hirntumoren

Wenn die "Schaltzentrale" des Menschen betroffen ist

Am 8. Juni 2019 wird der Welthirntumortag zum zwanzigsten Mal begangen. Anlässlich dieses Jubiläums haben wir Priv.-Doz. Dr. med. Julius Dengler, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie im Helios Klinikum Bad Saarow, zu einem Interview getroffen. Er gibt Antworten auf Fragen zu diesen seltenen, aber mannigfaltigen Erkrankungen.
Priv. Doz. Dr. med. Julius Dengler, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie im Helios Klinikum Bad Saarow

Herr Dr. Dengler, was ist eigentlich ein Hirntumor?
Der Begriff Hirntumor wird in der Regel für alle Tumoren verwendet, die innerhalb des Schädels wachsen. Wir unterscheiden generell zwischen gut- und bösartigen Hirntumoren. Beide Arten können entweder aus Zellen des Hirns selbst hervorgehen oder aus Zellen von angrenzenden Strukturen, wie z.B. den Hirnhäuten oder den vom Hirn abgehenden Nerven. Zusätzlich können auch sogenannte Metastasen im Hirn wachsen, also Tumoren, die eigentlich in anderen Organen des Körpers entstehen, jedoch Absiedlungen zumeist über das Gefäßsystem ins Gehirn entsenden können.

Wie viele Menschen erkranken jährlich an einem Hirntumor?
Wenn man die Metastasen nicht mitrechnet, dann erkranken laut den Daten der Deutschen Krebsgesellschaft in Deutschland jährlich ca. 7.000 Menschen an einem Hirntumor. Im Vergleich zu allen anderen Tumoren sind Hirntumore damit eher selten. 

Wie ist das Verhältnis von gut- und bösartigen Tumoren?
Die überwiegende Mehrzahl der Hirntumoren ist gutartig. Diese Tumoren wachsen zumeist nicht direkt in das Hirngewebe hinein, sondern verdrängen es nur. Da das Hirn jedoch innerhalb des Schädels „eingesperrt“ ist, kann es nicht wirklich ausweichen und wird innerhalb des Schädels zusammengedrückt, was zu lebensgefährlichen Situationen führen kann. Somit besteht am Hirn im Gegensatz zu vielen anderen Organen das Problem, dass auch gutartige Tumoren zu schweren Behinderungen führen können, wenn sie nicht behandelt werden. Die häufigsten gutartigen Hirntumoren sind Meningeome, also von der Hirnhaut ausgehende Tumoren. Die häufigsten bösartigen Hirntumoren, neben den Metastasen, sind Astrozytome, also Tumoren aus den Hirnzellen selber. Zu diesen zählt auch das Glioblastom, das der am schnellsten wachsende Hirntumor ist. 

Gibt es Anzeichen, die auf einen Hirntumor hinweisen und welche diagnostischen Möglichkeiten gibt es?
Typische spezifische Symptome sind epileptische Anfälle, Lähmungen, sensible Defizite sowie Sprech– und Sehstörungen. Eher unspezifisch und daher zumeist nicht auf einen Hirntumor hinweisend sind Kopfschmerzen oder Übelkeit. Besteht der Verdacht auf einen Hirntumor, setzen wir bildgebende und gewebsanalytische Methoden ein, um eine gezielte Diagnose stellen zu können. Am wichtigsten hierbei ist das MRT des Kopfes.

Eingriff am Gehirn unter einem hochmodernen Operationsmikroskop

Wie behandeln Sie Hirntumoren?
Hirntumoren werden in unserem Klinikum immer nach intensiver Beratung zwischen Strahlentherapeuten, Onkologen und Neurochirurgen behandelt. Hierzu findet einmal wöchentlich eine gemeinsame Konferenz statt, in der alle Fälle vorgestellt und diskutiert werden. Bei vielen Tumoren wird kombiniert therapiert, oftmals steht hier die Operation an erster Stelle, gefolgt von einer Strahlentherapie und einer Chemotherapie. Die genaue Behandlung hängt von der Art des Hirntumors sowie von seiner Lage im Gehirn ab. Der Patient steht hierbei jeweils im Zentrum der Diskussion und wird eingehend über Vor- und Nachteile sowie über Alternativen zur Therapie aufgeklärt wird.

Das Ziel der chirurgischen Behandlung von Hirntumoren ist die möglichst komplette Entfernung des Tumors. Bei gutartigen Tumoren ist dies fast in jedem Fall möglich. Bei bösartigen Hirntumoren ist es zumeist das Ziel, alle im MRT sichtbaren Tumoranteile zu entfernen. Da bösartige Hirntumoren jedoch zumeist im MRT nicht sichtbare Anteile aufweisen, die auch für den Chirurgen bei der Operation nicht identifizierbar sind, erfolgt in diesen Fällen dann zur Behandlung dieser nicht operablen Anteile in der Regel die Strahlentherapie und die Chemotherapie.
Alle Operationen von Hirntumoren führen wir unter einem hochmodernen Operationsmikroskop durch. Hierdurch können wir selbst kleinste Strukturen wie Blutgefäße und Nerven erkennen. Darüber hinaus arbeiten wir mit einem intraoperativen Navigationssystem, das uns die Planung des Zugangsweges zum Tumor und die räumliche Orientierung während des Eingriffs erleichtert.

Wer mehr über das Thema Hirntumoren erfahren möchte, den lade ich sehr herzlich zur nächsten Sonntagsvorlesung am 30. Juni um 10 Uhr ins Helios Klinikum Bad Saarow ein.

Ärzteteam der Klinik für Neurochirurgie

Kontakt:

Klinik für Neurochirurgie
Priv.-Doz. Dr. med. Julius Dengler, Chefarzt
T (033631) 7-3586
F (033631) 7-3190
Mail: julius.dengler@helios-gesundheit.de

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Das Jahresprogramm zu unseren Sonntagsvorlesungen finden Sie hier

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