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Sport-Phänomen "Weekend Warriors": Nur am Wochenende zur Höchstform

Eins ist klar: Sport beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Doch viele haben unter der Woche keine Zeit, um drei- bis viermal zu trainieren. Britische Sportmediziner sagen jetzt: Auch wer ausschließlich am Wochenende Sport treibt, schützt sich effektiv vor Erkrankungen.

In der Woche sind viele stark eingebunden: Arbeit, Alltag, Freizeit und Familie füllen das Leben der meisten Menschen vollends aus. Gesundheitsexperten sagen aber, drei- bis viermal die Woche 30 bis 40 Minuten sportlich aktiv zu sein ist wichtig.
Britische Sportmediziner der Universität Loughborough haben herausgefunden: Es macht gar nichts, wenn man unter der Woche nicht die Zeit und Muße findet, Sport zu treiben. Wer den Sport aufs Wochenende verschiebt und sich dafür ausgiebig bewegt, erreicht damit den gleichen positiven Effekt auf die Gesundheit.

„Während man früher davon ausgegangen ist, dass zweimal Sport pro Woche keinen Effekt hat, sind wir Mediziner heute über jede Form der Bewegung froh“, sagt Prof. Dr. med. Daniel Kendoff, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt allen Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche beziehungsweise 75 Minuten Bewegung mit höherer Intensität. Das lässt sich auch an einem Wochenende schaffen. Hauptsache, man bewegt sich überhaupt!
Die 2017 veröffentliche Studie der Loughborough University in Großbritannien setzte sich mit dem Phänomen der „Weekend Warriors" auseinander:

Das sind Menschen, die während der Woche neben ihrem stressigen Alltag keine Zeit für Sport finden und dann möglichst viel Bewegung in ihr Wochenende packen.

15 Jahre lang wurden Lebensstil, Sportverhalten und Sterblichkeit von mehr als 60.000 Frauen und Männern über 40 Jahren per Fragebogen erfasst.

Das Ergebnis: Die „Weekend Warriors“ hatten die gleiche erhöhte Lebenserwartung wie jene Teilnehmer, die unter der Woche ihre Sporteinheiten auf mehrere Einheiten verteilen. Selbst wer sein Sportpensum in lediglich ein oder zwei Trainingseinheiten absolviert, senkt das Sterberisiko um 30 Prozent im Vergleich zu jenen, die gar kein Sport machen.

Das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ist 40 Prozent niedriger und das Krebs-Risiko 18 Prozent.
Doch aufgepasst: Diese Sportvariante birgt auch Risiken. „Da der Ehrgeiz bei den Weekend Warriors groß und das Training intensiv ist, steigt die Verletzungsgefahr. Überlastungen, Sehnen- und Muskelrisse sowie Schmerzen des Bewegungsapparates häufen sich“, so Prof. Kendoff.

Diesen Verletzungen kann vorgebeugt werden, indem vor jeder Sporteinheit ein gewissenhaftes Warm-up erfolgt. Die Kombination aus Kardio- und Krafttraining mit anschließendem Stretching ist optimal.

Unser Fazit: Für gesundheitsfördernde Effekte genügt es, nur am Wochenende Sport zu treiben. Um die eigene Leistung längerfristig zu steigern, ist ein mehrmaliges Training pro Woche notwendig.

Fotocredit: Thomas Oberländer | Helios Kliniken

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