Regionen
Nachrichten aus Ihrer HELIOS Region.

Jeder kann etwas tun

Patient Empowerment hilft Hygiene in Kliniken zu stärken

Sich im Krankenhaus mit einem Erreger anzustecken, ist für viele Patienten eine beängstigende Vorstellung. Hygienische Händedesinfektion kann die Übertragung vermeiden. In jüngster Zeit rücken auch Patienten und Besucher bei der Verbesserung der Händehygiene in den Fokus.
Es gibt bei der Händehygiene viel, was Patienten selbst tun können | Thomas Oberländer

Im Krankenhaus erworbene sogenannte nosokomiale Infektionen nehmen in den letzten Jahren immer weiter zu. Sie zu vermeiden ist die größte Aufgabe und Herausforderung von Hygienemitarbeiterinnen und –mitarbeitern, auch in den Helios Kliniken in Sachsen-Anhalt. Vor allem durch eine Verbesserung der Händehygiene, der einzigen Maßnahme, die sich für sich alleine als wirksam erwiesen hat, kann ein erheblicher Anteil vermieden werden. Zu Umsetzung tragen nicht nur der ärztliche und pflegerische Dienst, sondern auch Patienten und Angehörige sowie Besucher entscheidend bei.

Patient Empowerment

„Dies gilt für Erwachsene, Kinder und ihre Eltern und wird unter dem Begriff ‚Patient-Empowerment‘ zusammengefasst. Diese Strategie integriert sie als wichtige Komponente eines multimodalen Ansatzes, um die Händehygiene im Krankenhaus zu verbessern. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht in der Patientenbeteiligung eine wichtige Komponente“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Irit Nachtigall (MHBA). Sie ist als Regionalkrankenhaushygienikerin in der Helios Region Ost auch für die Kliniken in Burg, Neindorf, Köthen, Vogelsang-Gommern und Zerbst/Anhalt zuständig.

Wie kann eine solche Beteiligung von Patienten im Klinikalltag aussehen?

„Der Fokus liegt bei der Schulung und Fokussierung; das bedeutet, dass Patienten befähigt werden, Fehler bei der Händehygiene zu erkennen und sich zu involvieren. Eine Schlüsselfunktion in der praktischen Umsetzung sollte darin liegen, die Patienten zu ermutigen, die Mitarbeiter im Krankenhaus anzusprechen, wenn sie vermeintliche Fehler in der Händehygiene entdecken“, so Dr. Nachtigall weiter. Ebenso wichtig ist die Verdeutlichung der eigenen Händehygiene bei Patienten. Hinweise über Informationsmaterial wie Poster, Filme oder Flyer helfen bei der Aufklärung. Erste Versuche in Kliniken zeigen, dass in Bereichen mit entsprechenden Hinweisen der Desinfektionsmittelverbrauch stieg bzw. konstant blieb, wohingegen er in Bereichen ohne Hinweise stagnierte oder rückläufig war. „Diese Strategie macht sich auch zunutze, dass immer mehr Patienten gerne an ihrer Genesung beteiligt sein wollen.“Grundlegend für das Patient-Empowerment ist jedoch immer, dass die Patienten sich ihrer wichtigen Rolle bei der Infektionsübertragung bewusst sind und sich eingeladen fühlen, mitzumachen. So leisten sie einen großen Beitrag für ihre eigene Genesung und die der Mitpatienten.

Aktionsmonat Hygiene

Die Helios Kliniken in Burg, Neindorf, Köthen, Vogelsang-Gommern und Zerbst informieren vom 1. bis 31. Mai 2019 in einem Aktionsmonat zu vielen Themen rund um die Krankenhaushygiene. Info-Postkarten klären vor Ort in den Kliniken beispielsweise über korrekte Händedesinfektion und den Umgang mit Antibiotika. Zudem informieren sie auf den Facebook-Seiten:

zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren:

Vorsicht Krankenhauskeim?!

Warum wir nicht mehr so viel isolieren

Lange galt die Isolation beim Nachweis des sogenannten Krankenhauskeims MRSA als Standard. Doch neue Studien zeigen, dass Patienten mit MRSA nicht in jedem Fall in ein Isolationszimmer gehören. Müssen Zimmernachbarn von MRSA-Patienten jetzt eine Ansteckung fürchten? mehr...

Antibiotika-Resistenzen bekämpfen

Antibiotika – weniger ist mehr

Antibiotika und Resistenzen – ein in der Fachwelt und Gesellschaft kontrovers diskutiertes Thema. Doch worin liegen die Ursachen und warum rücken häufig Krankenhäuser ins Zentrum der Diskussion? Wir sprechen mit dem Antibiotic Stewardship Experten Dr. med. Edwin Heucke. mehr...

Richtige Händedesinfektion

Ein Teelöffel reicht aus

Ob Daumen oder Handfläche zuerst – nicht auf die Reihenfolge, sondern auf die Menge kommt es an. Denn bei richtiger Händedesinfektion reicht schon ein Teelöffel Desinfektionsmittel aus, um der Übertragung von Erregern vorzubeugen. mehr...