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Zum Welt-Parkinson-Tag am 11.04.2019

Parkinson – Symptome, Diagnostik, Therapie

Die Parkinson-Krankheit („Morbus Parkinson“), auch als „Schüttellähmung“ bekannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Allein in Deutschland leben damit zirka 400.000 Betroffene. Bislang ist keine Heilung möglich.
Muhammad Ali (1942-2016) gilt als einer der größten Boxer der Welt. 1984 wurde bei ihm offiziell Parkinson diagnostiziert. Erste Anzeichen gab es bereits 1981 bei seinem letzten Wettkampf. Fotocredit: Pixabay

Der Welt-Parkinson-Tag soll ein stärkeres Bewusstsein in der Bevölkerung für die Parkinson-Krankheit schaffen, das Verständnis für Betroffene fördern und somit zur früheren Diagnosestellung und besseren Therapiemöglichkeiten beitragen. In Umfragen der „European Parkinson's Disease Association“ (EPDA) wussten fast die Hälfte der Befragten in der allgemeinen Bevölkerung nicht, wie weit Parkinson verbreitet ist und mit welchen gravierenden Symptomen und Einschränkungen die Erkrankung einhergeht. Jährlich gibt es bundesweit bis zu 20.000 Neuerkrankungen. Die meisten trifft es zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr, Männer häufiger als Frauen.

Wir haben Prof. Dr. med. Georg Hagemann, Chefarzt der Neurologie im Helios Klinikum Berlin-Buch, zu Anzeichen, Symptomen, Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten gefragt.

Welche Anzeichen gibt es?
Prof. Dr. med. Georg Hagemann ist Chefarzt der Neurologie im Bucher Klinikum. Er diagnostiziert und behandelt mit seinem Team auch die Parkinson-Krankheit. Fotocredit: Thomas Oberländer | Helios Kliniken

Erste Anzeichen sind oft unspezifisch. Zu den häufigsten Frühsymptomen gehören Riech- und Schlafstörungen sowie starke Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich. Dies führt den Betroffenen oft erst zum Orthopäden. Bei vielen Erkrankten wird auch die Handschrift kleiner und die Mimik verändert sich. Im Krankheitsverlauf kommt es zu Bewegungseinschränkungen im Alltag, Haltungs- und Gangstörungen, Zittern (daher der frühere Name), Verdauungsstörungen, Schweißausbrüchen und zu einer leisen und monotonen Sprache. „Verantwortlich dafür ist das Absterben von Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren“, sagt Prof. Hagemann. Die genaue Ursache hierfür ist noch nicht bekannt. Dennoch gibt es therapeutisch Hoffnung: Während man Parkinson derzeit nicht heilen kann, sind die Symptome über lange Zeit gut zu behandeln.

Diagnostik und Therapie

Die Diagnosestellung ist nicht leicht und sollte durch einen Neurologen mit Parkinson-Erfahrung erstellt werden. Spezielle Medikamente und unterstützende physiotherapeutische Maßnahmen sowie logopädische Therapien zögern das Fortschreiten der Krankheit über Jahre hinaus. Damit ist die Lebenserwartung von Parkinson-Patienten meistens genauso hoch wie bei gesunden Menschen. Statistisch gesehen leben Betroffene heute mehr als 20 Jahre mit der Krankheit. „Therapiestrategien auch in fortgeschrittenen Stadien z.B. durch besondere, über Pumpen gleichmäßig zugeführte Medikamente oder die tiefe Hirnstimulation zeigen gute Ergebnisse“, berichtet Prof. Hagemann.

Therapeutisch bewährt haben sich intensive Übungsprogramme. Diese werden für die Dauer von zwei bis drei Wochen stationär angeboten und können auch bei anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen hilfreich sein.

Informieren Sie sich über unsere Neurologie. Vereinbaren Sie gern einen Termin bei uns.

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