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Gut zu Fuß: Toben, Fußgymnastik und die richtige Schuhgröße

Gesunde Kinderfüße: Am besten barfuß!

Bei der Geburt sind Kinderfüße meistens gesund, angeborene Fehlstellungen selten. Dennoch finden sich bei vielen Erwachsenen Abweichungen von Form und Funktion. Mangelnde Bewegung, Übergewicht, zu kleine und einengende Schuhe oder auch erbliche Aspekte gehören zu den Ursachen.
Am besten barfuß! Spielerische Fußgymnastik hilft gesunden Kinderfüßen. Fotocredit: Thomas Oberländer | Helios Kliniken

Kinderfüße sind von Geburt an fähig, im Laufe der ersten Lebensmonate statische und dynamische Tragfähigkeit zu entwickeln. Dieser Prozess ist heutzutage bei vielen Kindern durch Bewegungsmangel unterentwickelt. Sie sind beim Spielen und Toben zu wenig gefordert. Dr. med. Matthias Rogalski, Leiter der Kinderorthopädie und Kinderneuroorthopädie im Helios Klinikum Berlin-Buch, rät Eltern, für ausreichend Bewegungsspielraum schon im Kleinkindalter zu sorgen: „Der gesunde Fuß ist in der Lage, die nötige Kompetenz zu entwickeln – wenn er gefordert wird.“ Deshalb sollen Kinder so oft wie möglich barfuß laufen. Dr. Rogalski erklärt: „Das ermöglicht den direkten Kontakt mit dem Untergrund. Der Fuß und seine Strukturen trainieren dann intensiv, orientieren sich an den Gegebenheiten und passen sich den Erfordernissen an.“

Fußgymnastik hilft der gesamten Muskulatur
Fotocredit: Thomas Oberländer | Helios

Ebenso kann spielerische Fußgymnastik helfen: Murmeln mit Zehen greifen, einen Holzstab mit Füßen übergeben, über ein auf dem Boden liegendes Seil balancieren. Der Gang auf Zehenspitzen und der Fersengang sind ebenso einfache wie wirkungsvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge. Mit wenig Aufwand wird dabei die Fußmuskulatur gekräftigt. So können Senk- und Spreizfüße vermieden werden. Der Aufbau gesunder Fußgewölbe hat gleichzeitig einen guten Nebeneffekt: Die gesamte Körperhaltung, die Motorik und das Gleichgewicht verbessern sich.

Wichtig: Das richtige Schuhwerk

Wichtig ist auch richtiges, passendes Schuhwerk zu finden. Beim Kauf von Kinderschuhen sollten Eltern auf eine flexible Sohle zu achten, die eine natürliche Abrollbewegung erlaubt. Darüber hinaus ist eine stabile Fersenfassung wichtig. Die richtige Schuhgröße zu finden, ist besonders bei Kindern nicht einfach. „Verlassen Sie sich nicht allein auf die Größenangaben, sondern beurteilen Sie immer den Fuß im Schuh. Im Wachstum sind regelmäßig Passform und Weite der Schuhe zu prüfen“, empfiehlt Dr. Rogalski.

Gesunder Entwicklung Zeit geben
Experte für gesunde Kinderfüße: Dr. med. Matthias Rogalski, Leiter der Kinderorthopädie und Kinderneuroorthopädie. Fotocredit: Thomas Oberländer | Helios Kliniken

Der sogenannte „Plattfuß“ des Kleinkindes ist meistens eine normale Entwicklungsstufe und nicht Anlass zur Sorge. Im Gegenteil: Bis zum fünften oder sechsten Lebensjahr bildet sich normalerweise der Innenbereich des Fußes aus. Würde man den „Plattfuß“ sofort mit Einlagen versorgen, wäre dieser Entwicklungsprozess sogar gestört. Wenn sich Eltern in ihrem Urteil unsicher sind, rät Dr. Rogalski: „Wichtig ist, entsprechende Faktoren für Fußdeformitäten zu erkennen. Sind bestimmte Muskelgruppen verkürzt, begünstigen sie eine Knick-Plattfuß-Einstellung“. Auch Übergewicht kann z.B. Füße besonders belasten. Physiologisch normale, noch flexible „Plattfüße“ richten sich dann nicht auf, sondern flachen immer weiter ab. Ob orthopädische Einlagen oder andere Maßnahmen sinnvoll sind, sollte dann vom Facharzt beurteilt werden.

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