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Dr. Michael Olbrecht: „Es fehlen Organspender“

Etwa 12.000 Menschen in Deutschland brauchen ein Spenderorgan. Täglich sterben statistisch gesehen drei von ihnen, weil für sie kein passendes verfügbar ist. Mit einem Organspendetag in Plauen hat Dr. Michael Olbrecht, Chefarzt der Klinik für Anästhesie am HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen, das Thema in den Fokus gerückt.

1. Warum ist Ihnen Organspende so wichtig?

Wir können mit ihrer Hilfe schwer kranken Menschen helfen. Und gerade vor dem Hintergrund des Organspendeskandals mit seinen negativen Geschehnissen ist es mir wichtig, über das Thema aufzuklären.

2. Sie waren mit dem Infotag an Gymnasien und im Rathaus. Wie war die Resonanz?

Die Zehnt- und Elftklässler waren sehr interessiert und beeindruckt. Alle mitgebrachten Organspendeausweise waren vergriffen. Bei den Erwachsenen war das Interesse eher verhalten.

3. Gibt es eine Altersgrenze für die Organspende?

Nein. Entscheidend ist der Zustand der Organe. Er hängt jedoch nur bedingt vom Alter ab. Über die Frage, ob ein Organ transplantiert werden kann, entscheiden medizinische Tests nach dem festgestellten Hirntod – und der Arzt, der die Organe transplantiert.

4. Genügt der Organspendeausweis als Rechtsgrundlage für eine Organentnahme?

Ja. Ist das Einverständnis des Verstorbenen dokumentiert, ist eine Organentnahme rechtlich zulässig.

5. Welche Voraussetzungen müssen für eine postmortale Organspende erfüllt sein?

Zum einen muss der Hirntod des Spenders nach den Richtlinien der Bundesärztekammer festgestellt worden sein. Zum anderen muss eine Einwilligung vorliegen – entweder als schriftliche Einverständniserklärung des Verstorbenen wie etwa durch den Organspendeausweis oder indem Angehörige zustimmen.

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