Regionen
Nachrichten aus Ihrer HELIOS Region.

Tag der Hebammen am 5. Mai

Die 7 goldenen Baby-Regeln

Der Baby Boom in Deutschland hält an – die Geburtenrate ist so hoch wie seit 1982 nicht mehr. Mit diesen 7 goldenen Regeln von  Yvonne Schildai, Leitende Hebamme des Helios Klinikums Berlin-Buch und seit 29 Jahren im Dienst, gehen Eltern mit ihren Babys im ersten Jahr auf Nummer sicher.
©Tomsickova/fotolia

1.   Niemals schütteln:

Babys weinen – das ist ganz normal. Manche Säuglinge schreien jedoch stundenlang und so laut, dass sich die erschöpften Eltern kaum noch zu helfen wissen. Hebamme Yvonne Schildai: „Wenn Sie in so einer Situation Wut oder Aggressionen gegen Ihr Kind entwickeln, schütteln Sie Ihr Baby niemals. Bereits geringe Schüttelbewegungen können gefährlich bzw. sogar lebensgefährlich sein!“ Falls Sie das Gefühl haben, gleich die Beherrschung zu verlieren: Legen Sie Ihr Baby sicher im Bettchen ab und verlassen Sie den Raum. Öffnen Sie das Fenster, atmen Sie tief durch. Schon ein, zwei Minuten bewusster Entspannung können Ihnen helfen. Gehen Sie dann zu Ihrem Kind zurück.

Fühlen Sie sich grundsätzlich überfordert, holen Sie sich Hilfe, z.B. in der Kinderschutzambulanz!

2.   Nicht schreien lassen:

“Lass das Baby ruhig mal schreien, das stärkt die Lungen!“ Haben Sie diesen Satz auch schon mal gehört? Hebamme Yvonne: „Diese Behauptung ist völliger Unsinn. Das Schreien ist ein Notruf und die einzig mögliche Ausdrucksform eines Säuglings. Auf das Weinen sollte unverzüglich und rücksichtsvoll eingegangen werden. Das hat nichts mit Verwöhnen zu tun!“ Wer sein Baby weinen lässt, geht das Risiko ein, dass das  Urvertrauen geschwächt wird. Und das Kind lernt vor allem eins: Ich bin allein, niemand kümmert sich um mich!

3.   Ab in den Schatten:

Die Kinderhaut ist viel dünner als die von Erwachsenen und sehr empfindlich. Hebamme Yvonne: „Babys unter 6 Monaten sollten möglichst gar nicht der Sonne ausgesetzt werden. Wenn Sie mit Ihrem Kind spazieren wollen, meiden Sie die Sonne. Ich empfehle einen Kinderwagen mit Sonnenschutz.“ Bei der Kleidung darauf achten, dass sie leicht ist, die Arme und Beine bedeckt und nach Möglichkeit aus UV-undurchlässigem Material besteht. Ein Sonnenhut mit Nackenschutz und Schirm schützt Gesicht, Nacken und Ohren.

4.   Babys richtig tragen:

Babys brauchen den Körperkontakt zu ihren Eltern. In einer Babytrage ist das Baby eng mit dem Körper des Tragenden verbunden. Hebamme Yvonne: „Das beruhigt die Kleinen, gibt ihnen Geborgenheit und Sicherheit, sie schreien weniger und die Eltern-Kind-Bindung wird gestärkt.“ Aber Achtung: Babys sollten erst ab einem Alter von 3 Monaten in Babytragen getragen werden! Sehr wichtig ist die richtige Auswahl der Babytrage: Die „Anhock-Spreizhaltung“ sorgt für eine gesunde Entwicklung der Wirbelsäule und Hüfte. Das heißt:  Der Steg muss  bis in die Kniekehlen reichen, das Gewicht des Kindes sollte also nicht nur durch einen Steg im Schritt gehalten werden.  Besonders wichtig ist auch, dass die Babys ausschließlich dem Tragenden zugewandt sitzen, denn sie brauchen die Möglichkeit, sich bei einem Überfluss an Reizen (Verkehr, Lichter, viele Menschen) zurückziehen und ausruhen zu können.

5.   Kein Honig:

Kinder bis zum ersten Lebensjahr sollten keinen Bienenhonig zu sich nehmen, denn es besteht die Gefahr des Botulismus, eine Art Lebensmittelvergiftung.  Zwar kommt dieser eher selten vor, kann für das Baby allerdings sehr gefährlich werden. Da Honig ein natürliches Produkt ist, kann dieser  Bakterien aus der Umwelt beinhalten, u.a. das Clostridium Botulinum, ein Krankheitserreger, der ein lähmendes Gift bildet. Hebamme Yvonne: „Wenn dieses Bakterium in den Blutkreislauf des Babys gelangt, bewirkt es eine Lähmung aller Muskeln.“ Wenn Sie Speisen süßen möchten, wählen Sie pürierte Früchte oder Trockenobst.

6.   Sicher schlafen:

Die richtige Schlafumgebung Ihres Babys ist wichtig für einen guten und sicheren Schlaf. Bei der Ausstattung des Schlafplatzes gilt: Je weniger, desto besser! Im ersten Lebensjahr braucht Ihr Baby weder Kissen, Decke noch Lammfelle oder Kuscheltiere im Bettchen. Sie sollten aus Sicherheitsgründen ganz darauf verzichten. Was es zum Schlafen braucht: einen Schlafsack.
Legen Sie Ihr Baby im ersten Lebensjahr zum Schlafen immer auf den Rücken! Die richtige Raumtemperatur zum Schlafen liegt bei 16° bis 18° Celsius. Achten Sie auf eine rauchfreie und gut gelüftete Umgebung.

7.   Richtig anziehen:

Oft führt Unsicherheit dazu, dass Babys eher zu warm als zu kalt angezogen sind.  Das kann schnell zum Hitzestau führen, der gefährlich für das Baby ist. Beachten Sie daher bitte folgende Faustregel: Ziehen Sie Ihrem Baby eine Lage mehr Kleidung an als sich selber. Damit sind Sie auf der sicheren Seite bei jeder Wetterlage. Sollten Sie dennoch unsicher sein, können Sie das ganz einfach selbst testen. Legen Sie Ihren Handrücken in den Nacken des Babys. Wenn der Nacken warm und feucht ist, dann etwas Kleidung ausziehen. Wenn der Nacken kühl ist, dann friert das Baby.

Gut zu wissen


Hebamme Yvonne erlebt häufig frischgewordene Eltern, die viele Fragen haben oder an ihre Grenzen stoßen. Für solche Fälle bieten wir verschiedene Beratungsmöglichkeiten an unserem Klinikum an.

zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren:

Top-Ten der Baby-Namen

Die beliebtesten Vornamen 2017 in Berlin-Buch

Im Helios Klinikum Berlin-Buch sind im Jahr 2017 wieder über 3.000 Babys auf die Welt gekommen. Doch welche Namen haben es in diesem Jahr unter die Top Ten geschafft? mehr...

Babylotsen

Für einen guten Start ins Leben

Eine Schwangerschaft krempelt Partnerschaft und Alltagsleben oft völlig um. Gefühle von Überforderung können sich auch auf Wachstum, Entwicklung und Gesundheit des Kindes und das Wohlbefinden der gesamten Familie auswirken. mehr...

Winterkinder

Mit dem Baby sicher durch die kalte Jahreszeit

Draußen ist es nass und kalt. Doch auch wenn frostige Temperaturen herrschen, müssen Babys und kleine Kinder an die frische Luft. Chefarzt Olaf Scholz gibt wichtige Tipps, auf die Eltern unbedingt achten sollten. mehr...