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Per Telefon und Rechner zum Arzt

In diesem Sommer ebnete die Sächsische Landesärztekammer den Weg für Videosprechstunden. Erste Erfahrungen von Ärzten und Patienten sind positiv. Gerade im ländlichen Sachsen, wo die Wege zum nächsten Arzt weit sind und mehr als jeder Zehnte in einer Region mit unzureichender HausarztVersorgung wohnt. Ein Ortsbesuch in Hartha.
Arztkonsultation in der Videosprechstunde Foto: Fotolia

Wenn Sie keine weiteren Fragen mehr haben, sehen wir uns nächste Woche zur Kontrolle wieder. Treten in der Zwischenzeit Beschwerden auf, kommen Sie jederzeit vorbei“, verabschiedet sich Dr. Danny Nummert-Schulze von seinem Patienten.

Allerdings reicht er ihm zum Abschied nicht die Hand, sondern grüßt kurz Richtung Computerbildschirm. Der Patient war nämlich gar nicht in der Praxis – er saß bequem zu Hause auf dem Sofa und konsultierte seinen Hausarzt mithilfe der Videokamera seines Handys.

Diesen Sommer hatte die Sächsische Landesärztekammer den Weg für die Videosprechstunde geebnet. Dr. Nummert-Schulze, der in der Kleinstadt Hartha als Hausarzt und Internist im Helios MVZ tätig ist, zögerte nicht, sich dieser Möglichkeit anzuschließen. Gemeinsam mit 14 Ärzten in Helios MVZ in ganz Sachsen gehört er nun zu den Vorreitern, die dieses Zusatzangebot unterbreiten. „Videosprechstunden eignen sich besonders für Verlaufskontrollen oder Befundbesprechungen.

Sieht große Vorteile für die Patienten - Dr. Danny Nummert-Schulze, Hausarzt und Internist im Helios MVZ Hartha

Die Patienten sparen sich weite Anfahrtswege und Wartezeiten in vollen Wartezimmern. Gerade hier auf dem Land ist das für viele ein großer Vorteil“, erklärt der 37-Jährige.

Die technischen Voraussetzungen sind relativ einfach: Benötigt wird lediglich ein internetfähiges Smartphone, Tablet oder ein Laptop mit Kamera und eine stabile Internetverbindung. Zur verabredeten Zeit sendet der Arzt die Zugangsdaten via Mail oder SMS an den Patienten. Mit diesen kann sich der Patient dann über eine sichere, geprüfte Verbindung in die Sprechstunde einloggen.

Allerdings sind der Videosprechstunde auch Grenzen gesetzt. So ist sie nicht für den Akutfall geeignet und soll auf keinen Fall Ersatz für den persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patient sein.
Sie darf deshalb nur dann stattfinden, wenn es diesen persönlichen Kontakt zuvor gegeben hat. Auch Rezepte und Krankschreibungen sind nicht erlaubt.

Dennoch sieht der Hausarzt vor allem die Vorteile: „In einer Videosprechstunde ist es mir auch mal möglich, Angehörige von älteren oder sehr immobilen Patienten einzubeziehen. Da sie sich meist gemeinsam mit dem Patienten im privaten Umfeld aufhalten, ermöglicht das eine andere Gesprächsatmosphäre als in den Praxisräumen und man kann zum Beispiel leichter auch das ein oder andere heikle Thema ansprechen.“

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