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Welt-Multiple-Sklerose-Tag

"Ich habe das für mein Kind getan"

Die Kontrolle über den Körper langsam zurück gewinnen und mit ihrem Kind aktiv sein – das erhofft sich eine junge MS-Patientin nach der Stammzellentherapie in der Helios Klinik Hagen-Ambrock. Foto: Adobe Stock

Bereits im Jugendalter wurde bei Heike Schmidt (Name geändert) Multiple Sklerose (MS) mit Entzündungsherden im Rückenmark diagnostiziert. Sehstörungen, Schluckstörungen und Einschränkungen in der Beweglichkeit von Armen und Beinen waren einige der Folgen für die Anfang-30-jährige.

„Zeitweise konnte ich nicht sprechen und meinem Kind nichts vorlesen“, sagt sie. In den vergangenen Jahren kamen die Schübe immer häufiger. „Ich habe die Kontrolle über meinen Körper verloren.“ Die Behandlung von Patienten wie Heike Schmidt, die an einer aggressiven, schubförmigen MS leiden, stößt mit Medikamenten an Grenzen. Professor Dr. Michael Linnebank, MS-Spezialist und Ärztlicher Direktor der Helios Klinik Hagen-Ambrock, hat der jungen Patientin deshalb zu einem alternativen Weg geraten.

Die Stammzellentherapie ermöglichte ihr eine Chance auf ein Bremsen, vielleicht sogar Stoppen der eigentlich unheilbaren Autoimmunerkrankung. Das Verfahren scheint hochwirksam, aber auch radikal und es ist derzeit jungen Betroffenen mit einer erst seit wenigen Jahren bestehenden hochaktiven, schubförmigen MS vorbehalten. Den Patienten werden Stammzellen entnommen, anschließend beginnt eine hoch dosierte Chemotherapie, die das komplette Immunsystem zerstören soll. Im Anschluss erhalten sie ihre Stammzellen zurück, die mit dem Neuaufbau des Immunsystems beginnen, das im Idealfall dann keine autoaggressiven Anteile mehr enthält.

Professor Dr. med. Michael Linnebank. Foto: Michael Mutzberg

Professor Linnebank warnt vor allzu großer Euphorie: „Das Verfahren eignet sich zum jetzigen Zeitpunkt nur für wenige Menschen mit MS.
Kliniken und Krankenkassen sind oft skeptisch und die Methode birgt erhebliche Risiken und Nebenwirkungen. Dennoch kann es für schwer betroffene Menschen mit früher schubförmiger MS unter Umständen ein gerechtfertigter Versuch sein, das weitere Voranschreiten der Krankheit zu stoppen oder zumindest relevant zu verlangsamen“, sagt der MS-Spezialist vorsichtig.

Heike Schmidt: „Ich habe das für mein Kind getan. Mein Kind glaubt fest daran und sagte mir, es habe jetzt endlich wieder eine Mama.“

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