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Im Rückwärtsgang auf die Welt

Drei natürliche Geburten aus Beckenendlage in einer Nacht

Bei einer Geburt liegen 95 Prozent der Babys mit dem Kopf „nach unten“ in der Gebärmutter. Babys in Steiß- bzw. Beckenendlage, die mit dem Po voran auf die Welt kommen, werden oft per Kaiserschnitt entbunden. In einer Juninacht der Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld spielte die Realität der Statistik jedoch einen Streich.
Das Team der Gynäkologie/Geburtshilfe umfasst neben Pflegekräften und Kinderkrankenschwestern einen Chefarzt, vier Oberärzte, sechs Assistenzärzte und zwölf Hebammen. Auf dem Bild v.l.n.r.: Assistenzärztin Dr. Rebekka Nentwich, Fachärztin Inessa Guhr, Oberarzt Juri Geras, Chefarzt Dr. Bertram Stitz, Hebamme Tanja Maierhof, Kinderkrankenschwester Petra Antonoff. Foto: Uli Mayer

Als die Assistenzärztin Rebekka Nentwich am Samstag, dem 17. Juni, zum Dienst kam, war das erste Baby des Tages schon geboren. Ein normaler Arbeitstag, so schien es. Das sollte sich aber bald ändern: Eine weitere junge Mutter (Beckenendlagengeburt Nr. 1, wie sich bald herausstellte) lag im Kreißsaal in den Wehen und wurde bereits durch Oberarzt Wilfried G. Janzen mitbetreut.

Für 9 Uhr war die Schwangere Carolin Leubecher zur Geburtseinleitung einbestellt (Beckenendlagengeburt Nr. 2). Als um 11 Uhr die dritte Mutter mit Kind in Beckenendlage nach einem Blasensprung zur Entbindung kam, war die Überraschung groß. Chefarzt Dr. Bertram Stitz und ein weiterer Assistenzarzt wurden zur Unterstützung hinzugerufen. „Wir hatten alle drei Mütter bereits im Geburtsplanungsgespräch kennengelernt und ausführlich zur Möglichkeit der natürlichen Geburt aus Beckenendlage beraten.

"Drei auf einmal – das ist selten"

Dass aber gleich drei Beckenendlagengeburten in einer Nacht auf uns zukommen sollten, war Überraschung und Herausforderung zugleich“, sagt Rebekka Nentwich. „Unsere Ärzte und Hebammen sind zwar eingespielt in der Begleitung von vaginalen Geburten bei Beckenendlagen, aber drei auf einmal – das ist selten“.

Viele Klinken bevorzugen einen Kaiserschnitt, wenn das Ungeborene in Beckenendlage liegt – dabei ist in zwei von drei Fällen eine natürliche Geburt möglich. „Ein Kaiserschnitt birgt Risiken wie jede andere Operation auch“, erläutert Chefarzt Dr. Stitz. Er hat langjährige Erfahrung mit Entbindungen aus Beckenendlage und berät werdende Mütter vorher ausführlich. „Entscheidend für die optimale Gebärmethode ist der Weg des geringsten Risikos für Mutter und Kind – und das ist bei einem Kaiserschnitt als offene Bauchoperation drei- bis viermal höher als bei einer natürlichen Geburt, wenn keine spezielle kindliche Gefährdung vorliegt“, erklärt Stitz. „Mit einem erfahrenen Team sind vaginale Beckenendlagen oft am risikoärmsten“, fügt der Gynäkologe hinzu. „Mir ist wichtig, dieses Wissen und die entsprechenden Handgriffe an alle neuen Mitglieder meines Teams weiterzugeben.“

In dieser Juninacht hat sich das bezahlt gemacht: Alle drei Babys kamen gesund zur Welt.

Statisktik (Zahlen aus 2016):
  • Geburten der HELIOS St. Elisabeth Klinik Hünfeld: 664
  • Geburten aus Beckenendlage: 38
  • → Davon vaginal: 22
  • Kaiserschnittrate Bundesdurchschnitt: 32%
  • Kaiserschnittrate Hünfeld: 19%

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