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Herzschrittmacher-Studie

Dem richtigen Takt auf der Spur

Defibrillator mit Schockfunktion oder schonender Schrittmacher ohne Schock? Im Rahmen einer Studie analysiert Prof. Dr. Gerhard Hindricks im Herzzentrum Leipzig, ob kleine technische Unterschiede bei der Therapie von Herzschwächen einen großen Unterschied machen. 
Prof. Dr. Gerhard Hindricks vom Herzzentrum Leipzig zeigt Herzschrittmacher mit und ohne Schock.
Prof. Dr. Gerhard Hindricks vom Herzzentrum Leipzig zeigt Herzschrittmacher mit und ohne Schock. Foto: Stefan Möslein

Rund 18.000 Defibrillatoren jährlich

Rund 18.000 Menschen in Deutschland wird jährlich ein Defibrillator eingesetzt, der auch die Herzfunktion stärkt. Er schützt Patienten mit chronischer Herzschwäche vor der Gefahr, dass ihr Herz aussetzt. Das Gerät tritt dann in Aktion und gibt dem Herzen einen Schock, um den Herztod zu verhindern. Jedoch können eine kurze Ohnmacht oder starkes Unwohlsein folgen. Betroffene können durch sogenannte Fehl-Schocks traumatisiert werden oder Stress, Angst und Depressionen erleiden.

Das Forschungsprojekt RESET-CRT

Das Forschungsprojekt RESET-CRT untersucht seit Mai 2018, ob bei Menschen mit einer Herzschwäche anstatt eines Defibrillators mit Schockfunktion ein schonender Schrittmacher ohne Schock, der aber ebenfalls die Herzfunktion stärkt, eingesetzt werden sollte. Die Studie mit über 2.000 Patienten wird durch das Leipzig Heart Institute (LHI) verantwortet und am Herzzentrum Leipzig und an rund 100 weiteren Zentren durchgeführt. Studienleiter Prof. Dr. Gerhard Hindricks vom Herzzentrum Leipzig: „Die Analyse soll zeigen, ob bei einer Herzschwäche die Therapien mittels Herzschrittmacher oder Defibrillator gleichwertig sind.“

Defibrillator oder Schrittmacher?

Es wird angenommen, dass die Sterblichkeit bei Schrittmacher-Patienten nicht höher ist, sie aber aufgrund des Ausbleibens der Fehl-Schocks eine bessere Lebensqualität haben. Herzschrittmacher sind zudem kostengünstiger für die Krankenversicherungen, weshalb der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen das Projekt bis 2021 mit 5,4 Millionen Euro fördert.

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