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Tag des Fußes am 26. Juni 2019

„Barfuß oder Lackschuh…“

„Barfuß natürlich!“, betont Kerstin Stenzel, Fußchirurgin an der Helios Klinik Schkeuditz. Zwar ist das in unserem Alltag eher schwer umsetzbar. Aber: Barfuß laufen, den Füßen Freiraum geben – das ist wahres Lebenselixier für gesunde Füße und eine gute Haltung.
Stärkt den Tastsinn und macht glücklich – direkter Kontakt mit der Natur. (Foto: Helios Klinik Schkeuditz)

Warum ist barfuß laufen so gesund?

Stenzel: Der Gang auf unterschiedlichem natürlichen Untergrund regt die Nervenzellen an und trainiert die Fußmuskulatur. Sozusagen eine natürliche Fußmassage. Zudem läuft man automatisch natürlicher, setzt behutsamer und weniger auf der Ferse auf, der Mittelfuß wird gestärkt. Gerade jetzt im Sommer bietet sich ein Spaziergang im Sand oder auf der Wiese an. Barfußlaufen stärkt auch das Immunsystem. Wie Dr. Kneipp schon wusste, stärkt barfußlaufen durch kaltes Wasser unser Abwehrsystem. Grundsätzlich stärkt barfußlaufen unsere Haltung und das Gleichgewicht, da nun nicht die Schuhe, sondern die Füße ausgleichend wirken. Sind die Füße nicht gut trainiert, geht der Körper in Schon- oder Ausweichhaltungen und so können Beschwerden im gesamten Bewegungsapparat wie Rückenschmerzen oder Fehlstellungen der Hüfte entstehen.

Lieber langsam starten

Stenzel: Wer barfußlaufen nicht gewöhnt ist, sollte langsam beginnen und die Füße mit dem „unbekannten“ Untergrund und Bewegungen vertraut machen. Hilfreich ist, zunächst mit den Zehen aufzusetzen und über den Mittelfuß zur Ferse zu kommen. Das ist zunächst ungewohnt, denn in Schuhen setzen die meisten Menschen mit der Ferse auf. Das braucht etwas Geduld. Die Zehen und Gelenke haben nun „freies Spiel“ und müssen mehr arbeiten als im Schuh. Daher kann es in der ersten Zeit zu Muskelkater in den Waden kommen, denn diese müssen jetzt wesentlich mehr arbeiten. Das ist eine Frage der Gewohnheit.

Kerstin Stenzel, Fußchirurgin und Oberärztin der Klinik für Chirurgie bringt mit langjähriger Erfahrung die Füße wieder auf Spur.

Gibt es Menschen, die lieber nicht barfuß laufen sollten?

Stenzel: Diabetiker sollten aufgrund ihrer Neuropathie nicht barfuß laufen. Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel kann es bei vielen Diabetikern zu Nervenstörungen kommen, die dazu führen, dass weniger Schweiß gebildet wird, die Haut trocken und rissig wird und der Betroffene Verletzungen gar nicht wahrnimmt. Solche Verletzungen können schließlich zu tiefen Geschwüren führen. Wir empfehlen lieber luftige Schuhe mit Baumwollsocken zu tragen, die vor Verletzungen schützen und atmungsaktiv sind.


Kerstin Stenzel und ihr Kollege Dr. med. Dereje Fekade behandeln in der Helios Klinik Schkeuditz sämtliche Fußfehlstellungen wie den Ballenfuß, auch Hallux valgus genannt, sowie diabetische Füße. Weitere Informationen unter: www.helios-gesundheit.de/schkeuditz/fusschirurgie

Der Fuß - ein Wunderwerk der Natur

In einem Leben umrunden Menschen dreimal die Erde mit ihren Füßen. Insgesamt 26 Knochen, 33 Gelenke, Muskeln und 114 Bänder bilden diese faszinierenden Fortbewegungsmittel. Jährlich am letzten Mittwoch im Juni wird bundesweit zum „Tag des Fußes“ aufgerufen, um diesem hochkomplexen Konstrukt im Menschen eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken und auf seine große Bedeutung für den ganzen Körper hinzuweisen.

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