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Weltkontinenztag am 30. Juni

5 Tipps, wie Sie Inkontinenz im Alter vorbeugen können

Kaum einer redet darüber, aber viele leiden darunter: Inkontinenz. Dabei sind nicht nur ältere Menschen betroffen, sondern alle Altersgruppen. Die gute Nachricht: Mit einigen einfachen Vorkehrungen können Sie Kontinenzproblemen im Alter wirksam vorbeugen.

Rund sechs Millionen Betroffene leiden allein in Deutschland an unwillkürlichem Harnverlust. Solche Funktionsstörungen sind behandelbar. Daher ist es wichtig, mit dem Thema offen umzugehen und über Möglichkeiten der Behandlung und Prävention aufzuklären.

Da Blasenschwäche oft auf einen geschwächten Beckenboden zurückzuführen ist, geht es bei der Prävention vor allem um das Stärken und Entlasten der Beckenbodenmuskulatur. Antje Brosemann, Stomatherapeutin und Urotherapeutin in der Helios Klinik Bergisch-Land, gibt fünf Tipps, wie Sie dabei im Alltag vorgehen können.

Tipp 1: Bewusst gehen
Stomatherapeutin aus Leidenschaft: Antje Brosemann steht Betroffenen in ihrer sensiblen Situation seit 15 Jahren mit Einfühlungsvermögen zur Seite. Das Schönste an ihrem Beruf: "Dass man Patienten wirklich helfen kann."

Im Alter verändert sich das Fußgewölbe – und damit auch das Gangbild. Das kann den Beckenboden belasten und sich negativ auf die Harnkontinenz auswirken. Gehen Sie daher aufrecht und achten Sie auf eine mittlere Schrittlänge: Wenn Sie Ihren Fuß aktiv abrollen, schwingt die Beckenbodenmuskulatur reflektorisch mit. Das dient dann nicht nur der Kontinenz sondern auch einem gesunden Rücken.

Tipp 2: Zur Seite niesen

Beim Husten und Niesen wird großer Druck frei. Achten Sie daher auf die richtige Körperhaltung: Drehen Sie Oberkörper und Kopf zur Seite, um den Druck auf den Beckenboden zu reduzieren.

Ziehen Sie den Kopf dabei nicht nach unten, damit die Wirbelsäule gerade bleibt.

Vermeiden Sie außerdem Hohlkreuz und X-Beinstellung, damit die Druckerhöhung im Bauch nicht direkt auf der Beckenbodenmuskulatur lastet. Niesen Sie aus hygienischen Gründen auf den Arm oder in die Ellenbeuge, nicht in die Hand!

Tipp 3: Treppen schonend auf- und absteigen

Auch beim Treppensteigen kann der Beckenboden geschont werden: Achten Sie dafür auf eine aufrechte Körperhaltung. Setzen Sie stets den kompletten Fuß auf jede Treppenstufe und stoßen Sie sich dann mit dem vorderen Teil des Fußes ab. Dadurch kann die Beckenbodenmuskulatur das Becken einfacher in der Mitte halten. Wenn Sie Stufen dagegen auslassen und nur mit der Fußspitze betreten, muss das Gleichgewicht mühevoll ausbalanciert werden.

Belasten Sie beim Hinabsteigen der Treppe das obere Bein so lange, bis der andere Fuß die tiefere Stufe berührt. Vermeiden Sie es, Treppen herunterzuspringen oder zu –hüpfen.

Tipp 4: Richtig sitzen auf dem stillen Örtchen

Die Beckenbodenmuskulatur kann am besten im Sitzen entspannt werden. Ideal sitzen Sie zur Blasenentleerung bequem in aufrechter Haltung. Ihr Becken kippt dabei automatisch nach vorne. Öffnen Sie dann die Beine.

Krümmen Sie zur Darmentleerung leicht den Rücken, damit das Becken nach hinten kippt. Lassen Sie sich Zeit und vermeiden Sie es, zu pressen. Je nach Toilettenhöhe können Sie Ihre bequeme Sitzposition mit einem Fußhocker unterstützen.

Tipp 5 Trampolin „gehen“ statt springen

Springen und Hüpfen belastet die Beckenbodenmuskulatur – und das kann die Kontinenz beeinträchtigen. Besonders groß ist der Druck beim Trampolinspringen. Statt zu springen sollten Sie daher im Trampolin besser nur herumgehen – das fördert Ihre Balance und hält fit.

Wenn Sie selbst von Störungen der Kontinenz betroffen sind, brauchen Sie das nicht einfach hinzunehmen: Es gibt heute viele Möglichkeiten, die Kontinenz zu fördern, etwa durch die Urotherapie. Diese Therapieform zielt darauf ab, die Lebensqualität von Betroffenen durch individuelle Beratung und Verhaltenstherapie zu verbessern und verzichtet dabei weitgehend auf Medikamente.

Das Wichtigste ist: Fassen Sie Mut und sprechen Sie über Ihre Störungen – zum Beispiel mit Ihrem Hausarzt, Ihrem Gynäkologen oder dem Pflegepersonal im Krankenhaus.

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