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Schnelle Diagnose, richtige Behandlung

13-Jähriger nach Schlaganfall erfolgreich behandelt

Schlaganfälle bei Kindern treten selten auf. Wichtig sind dann eine schnelle Diagnose und die richtige Behandlung - so wie beim 13-jährigen Steven.
Dr. Dr. Stephanie Tritt und ihr Team retten Steven durch eine Thrombektomie das Leben. (Foto: Kristen Feldmann)

Als Linda S.* am Morgen in das Zimmer ihres Sohns kommt, liegt der 13-Jährige Steven* auf dem Boden vor seinem Bett. „Er konnte sich weder richtig bewegen noch sprechen. Ich war total in Panik, hatte riesige Angst um ihn und habe sofort den Notarzt gerufen“, sagt Linda S.

Dann ging alles ganz schnell. Der hinzugezogene Notarzt brachte den Jungen sofort in die Notaufnahme der Kinderklinik der Helios HSK. In der notfallmäßig durchgeführten Bildgebung wurde die Diagnose eines schweren Schlaganfalls auf Grund eines Verschlusses der linken Hirnschlagader gestellt. „Ein Schlaganfall bei einem Kind ist sehr selten. Essentiell wichtig ist die schnelle Diagnose und natürlich die adäquate Behandlung“ sagt Priv.-Doz. Dr. Dr. Stephanie Tritt, Direktorin des neu gegründeten Instituts für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie in den Helios HSK.

Bei einem Schlaganfall kommt es im Gehirn zum Verschluss eines Blutgefäßes. Im Fall von Steven war sofort klar: „Mit Medikamenten kann der große Blutpfropf in der Halsschlagader nicht aufgelöst werden. Wir haben uns daher zusätzlich für die sogenannte Thrombektomie entschieden“, sagt Tritt. Bei diesem Verfahren wird über die Arterie in der Leiste ein Katheter bis in das betroffene Halsgefäß eingeführt und der Blutpfropf im Hirngefäß mit einem Maschendrahtgeflecht (Stentretriever) mechanisch entfernt. So wird die Durchblutung wiederhergestellt.

Ein Schlaganfall bei Kindern stellt nicht nur aufgrund der Seltenheit eine besondere Herausforderung für das behandelnde medizinische Personal dar, denn bei jungen Menschen sind die Gefäße noch sensibler und daher ist ein solcher Eingriff bei Kindern besonders anspruchsvoll. Dazu kommt noch der Faktor Zeit: „Wie bei einem Erwachsenen zählt bei einem Schlaganfall jede Minute, da die mangelnde Durchblutung das dahinterliegende Gehirngewebe schon nach kurzer Zeit absterben lässt“, so Tritt. Jede gewonnene Minute verhindert schlimme, teils irreparable Hirnschädigungen.

Steven hatte großes Glück im Unglück: Die Ärzte konnten ihm dank zügiger Diagnose und umgehender Behandlung helfen. Bereits nach der Narkose konnte der Junge die zuvor gelähmte Körperhälfte wieder bewegen und auch die Sprachprobleme waren bereits wenige Tage nach dem Eingriff deutlich rückläufig.

* Namen von der Redaktion geändert.

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