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Wie gefährlich ist Röntgenstrahlung?

Wir sprachen mit Priv.-Doz. Dr. Marco Das, Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie im Helios Klinikum Duisburg.

Ob bei Computertomografien, Punktionen oder der Krebsvorsorge und -behandlung – ohne Röntgenstrahlen wären viele, zum Teil lebensrettende Diagnosen, Eingriffe und Therapiekontrollen nicht möglich.

Priv.-Doz. Dr. Marco Das, Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie im Helios Klinikum Duisburg.

Ihr Ruf hingegen ist eher weniger strahlend: Viele Patienten fürchten durch die Bildgebung Folgeschäden, vor allem bösartige Zellveränderungen. Doch wie in vielen medizinischen Bereichen hat auch die Radiologie in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht: Die Einzelstrahlendosis pro Untersuchung hat sich durch moderne Technik allein in den letzten zwanzig Jahren um bis zu 80 Prozent reduziert. Und mit jeder neuen Generation an Geräten wird sie wohl noch weiter zurückgehen.

Ein Beispiel: Lag die effektive Dosis bei einer Computertomografie der Lunge im Jahr 1999 noch bei gut acht Millisievert, ist sie heute auf rund zwei bis teilweise sogar 0,2 gesunken. Zum Vergleich wird häufig die natürliche Strahlenbelastung von zwei Millisievert herangezogen, der jeder Mensch in Deutschland übers Jahr durch seine Umwelt ausgesetzt ist.

Dennoch bleibt ein nicht vollständig geklärtes Restrisiko, da bisherige Forschungen überwiegend auf empirischen Daten aus Ereignissen wie dem Atombombenabwurf von Hiroshima basieren. Fest steht aber, dass vor allem Kinder im Wachstumsalter sensibel auf Strahlung reagieren, da ihre Zellen noch anfälliger für Mutationen sind. Bei älteren Patienten hat es hingehen deutlich weniger Einfluss, da sich Veränderungen oft erst nach vielen Jahren zeigen.

Grundsätzlich gilt für uns Radiologen deshalb immer die ALARA-Norm (ALARA = as low as resonably achievable), das heißt, bei der Diagnostik muss immer die geringstmögliche Dosis eingesetzt werden, welche zur Indikation passt.

Und es gibt noch einen weiteren wichtigen Punkt: Aktiver Strahlenschutz beginnt eigentlich schon vorher, nämlich bei der Frage, ob der Nutzen der Untersuchung für den Patienten größer ist als das potenzielle Risiko.

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