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Betriebstechnick

'Wie eine Operation am offenen Herzen'

Bei laufendem Betrieb und knackigen Minusgraden wurde das Heizkraftwerk am flächenmäßig größten deutschen Helios Standort Damp saniert: eine Meisterleistung der beteiligten Helios Planer und Techniker.
Das Team um Projektleiter Rico Dettmann, Leiter der Betriebstechnik am Standort Damp, leistete Präzisionsarbeit. Den Technikern Manfred Marten und Marius Link gelang es, die alte Anlage störungsfrei am Laufen zu halten. Fotos: Marckwordt

5.000 Menschen versorgt das Heizkraftwerk Damp mit wohliger Wärme. Jeden Tag, seit 45 Jahren. Was also tun, wenn ein Kessel just zu Beginn der Heizsaison den Geist aufgibt? „Zum 1. September hatten wir das Heizkraftwerk mit bekannt enormem Instandsetzungsbedarf von einem externen Betreiber übernommen“, erklärt Rico Dettmann, Leiter der Betriebstechnik am Standort Damp und des Projektes vor Ort. Bis dato hatte dieses Unternehmen den Standort mit Wärme versorgt.

„Durch den Ausfall des Kessels waren wir jedoch zu sofortigen Maßnahmen gezwungen.“ Denn auch die anderen zwei Kessel sind in keinem guten Zustand. Um zukünftig neben Wärme auch einen Großteil des Strombedarfes selbst produzieren und so Kosten einsparen zu können, wird der Bauabschnitt 1 um zwei Blockheizkraftwerke ergänzt. Planung, Beantragung, Genehmigung, Ausschreibung und Auftragsvergabe gelingen in Rekordzeit. Müssen sie auch - denn will man in den Genuss finanzieller Bundesförderung zum Betrieb der Blockheizkraftwerke kommen, muss die Anlage noch 2017 die erste Kilowattstunde erzeugen.

Doch es wird spannend: Zwei Tage vor Baubeginn droht der freigelegte Versorgungsschacht einzustürzen. Innerhalb von zwei Stunden ist eine geeignete Firma mit der Abstützung beauftragt. Das Projekt kann planmäßig starten. Der Abtransport der alten Kessel wird zur Millimeterarbeit.

Die Zahlen sagen: Es passt, den Kessel als Ganzes mit dem Kran aus dem Versorgungsschacht zu heben. „Aber wirklich daran geglaubt habe ich erst, als es tatsächlich gelang“, so Dettmann. Dafür frisst die Verbindung alter und neuer Technik alleine zwei Wochen an Umschweißarbeiten. Und während der gesamten 30 Tage Bauzeit bis zur Inbetriebnahme am 22.12. kämpfen die ehemaligen Techniker des externen Betreibers Manfred Marten und Marius Link, seit September Helios Mitarbeiter, darum, die zwei alten Heizkessel am Leben und damit die Wärmeversorgung aufrechtzuerhalten. „Das war durch die abenteuerlichen Schwankungen bei der Gas- und Stromversorgung nicht ganz einfach“, so Marten.

Erschwert wird das ganze durch Zustände wie im Taubenschlag. Denn um die Inbetriebnahme bis Weihnachten zu bewerkstelligen, tummeln sich dutzende Handwerker verschiedenster Gewerke gleichzeitig auf dem begrenzten Raum des Damper Heizkraftwerks. „Unser Team und die beauftragten Firmen haben dieses Projekt trotz aller Widrigkeiten im Kosten- und Terminrahmen abgewickelt.

Dafür gebührt allen Beteiligten ein dickes Dankeschön“, sagt Ralph Schrickel vom Zentralen Dienst Betriebstechnik sowie fachlicher Berater bei Planung und Auftragsvergabe des Projekts. Und Karl Heinrich de Roi, Leiter des Zentralen Dienstes Betriebstechnik und Sterilgutversorgung, bestätigt: „Das war – bei laufendem Betrieb und mitten im Winter - wirklich wie eine OP am offenen Herzen.“

Damp ist mit 820.000 qm der flächenmäßig größte Helios Standort. Sind alle Betten belegt, betreuen die insgesamt 1.700 Mitarbeiter von Ostseeklinik, Rehaklinik und Ostsee Resort Damp täglich mehr als 1.100 Patienten und fast 2.000 Urlauber.

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