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„Wenn andere gehen müssen, sind wir da …“

Die Freiwilligen des Kriseninterventionsteams (KIT) Leipzig e.V. sind zur Stelle, wenn das alltägliche Leben durch einen Unfall oder den Tod eines nahen Menschen plötzlich zusammenbricht. Sie sind da und geben Halt. Unter ihnen ist auch Dr. Doreen Behr, Anästhesistin in der Helios Klinik Leisnig.
Halt geben, zuhören, wenn andere seelische Hilfe brauchen: Dr. Doreen Behr bei ihrer Arbeit im Kriseninterventionsteam. Foto: Lutz Weidler

1. Sie engagieren sich seit vielen Jahren im Kriseninterventionsteam. Stellt sich da Routine ein?
Diese Arbeit wird nie Routine – zu unterschiedlich sind die Einsätze und die Menschen, denen man begegnet und hilft. Nach wie vor bin ich mit großer Motivation und Überzeugung dabei. Denn obwohl ich unmittelbar nach einer Todesnachricht für Angehörige da bin, erfahre ich viel Nähe und Dankbarkeit.

2. Was passiert bei einem Einsatz?
Meist fordern uns Rettungsdienst oder Polizei vor Ort an. Das kann ein schwerer Unfall sein, an dem Angehörige zurückbleiben müssen, weil der Verletzte dringend ins Krankenhaus muss. Oder die Frau, deren Mann plötzlich zu Hause verstarb, und die mit der Situation überfordert ist.
Wenn der Rettungsdienst geht, kommen wir, um erste Reaktionen aufzufangen und eine Stütze zu sein. Im Gegensatz zu den Rettungskollegen, die oft dringend weiter müssen, haben wir Zeit und können in Ruhe für die Angehörigen oder Hinterbliebenen da sein.

3. Sind das für Sie belastende Momente?
Die Situationen und die Menschen dahinter gehen mir immer nah. Aber ich habe Schutzmechanismen entwickelt. Ich komme immer in eine für mich fremde Situation und Umgebung. Das hilft mir, emotionalen Abstand zu halten. Außerdem schreibe ich nach jedem Einsatz ein kurzes Protokoll, das sortiert Gedanken und Gefühle. In einer regelmäßigen Supervision können wir zusätzlich belastende Probleme loswerden.

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