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Was macht eigentlich eine klinische Ethikberaterin?

Wir sprachen über diese Frage mit Anna Wachter, Assistenzärztin im Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin, und Dr. Markus Schuler, Chefarzt der Klinik für Onkologie.

Anna Wachter ist Assistenzärztin im Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin. Nach ihrer zweijährigen Ausbildung zur klinischen Ethikberaterin an der Gesundheitsakademie der Charité in Berlin bietet sie nun klinische Ethikberatung an. Wichtig ist ihr, dass Patienten über Therapieziele mitbestimmen und die Frage nach der Lebensqualität bei allen Entscheidungen berücksichtigt wird. So sieht das auch Chefarzt Dr. Markus Schuler, in dessen Klinik für Onkologie Anna Wachter ihre Facharztausbildung beenden wird. Wir sprachen mit beiden.

1. Dr. Schuler, Sie haben in Ihrem Team nun eine Ethikberaterin, warum?

Wir begreifen unsere neue Klinik für Onkologie nicht nur als eine Fachabteilung mit einem erstklassigen Therapieangebot für Menschen mit Krebs. Wir entscheiden gemeinsam mit unseren Patienten und deren Angehörigen über die Behandlung und orientieren uns daran, was für den einzelnen Patienten am Wichtigsten ist. Ethikberatung bedeutet, dass alle an der Behandlung Beteiligten aus ihren jeweils unterschiedlichen Sichtweisen diskutieren, wie es für den Patienten weitergeht. Daher bin ich froh, Anna Wachter im Team zu haben, die sich mit dem Thema Ethikberatung seit langer Zeit auseinandergesetzt.

2. Frau Wachter, was hat Sie bewegt, die Ausbildung zur Ethikberaterin zu absolvieren?

Als Ärztin arbeite ich in Grenzbereichen des Lebens. Entscheidungen müssen in schwierigen Situationen getroffen werden. Um die ethischen Aspekte dieser Entscheidungen besser zu verstehen, habe ich die Ausbildung begonnen. Gelernt habe ich, dass Patienten, Angehörige, Ärzte und Pflegende Fragen nach dem Therapieziel und der Lebensqualität oft unterschiedlich beantworten. Viele Konflikte lassen sich mit verständnisvollem Zuhören und Akzeptieren der anderen Sichtweise lösen. Das bietet die Ehtikberatung.

3. In einem klinischen Ethikkonsil beraten sich Menschen verschiedener Qualifikationen, welchen Vorteil hat das?

Wachter: An einer Beratung sollten alle diejenigen teilnehmen, die den Patienten kennen und von der Behandlungssituation betroffen sind. Dazu gehören alle Ärzte, Pflegepersonal und Physiotherapeuten. Das ist wichtig, weil unterschiedliche Berufsgruppen eine andere Wahrnehmung von der Situation des Patienten haben.

Schuler: Es geht darum, in schwierigen Behandlungssituationen den Willen des Patienten zu ergründen. Häufig müssen bei einem nicht ansprechbaren Patienten die Angehörigen miteinbezogen werden oder anhand von Dokumenten eine Therapieentscheidung getroffen werden. Wir Ärzte sind es gewohnt, auf Befunde zu achten, während das Pflegepersonal den Patienten und seine Angehörigen aus einer ganz anderen Perspektive kennt. Es kann zu Konflikten und einer starken psychischen Belastung kommen. Um eine individuelle Entscheidung zu treffen, brauchen wir daher in solchen Situationen eine gut moderierte Absprache. Es gibt eben keine Therapie nach Schema F.

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