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„Voy!“ Fußball spielen nach Gehör

Blind Fußball spielen? Na klar! Miriam Steen, Patientenmanagerin in der Hamburger ENDO-Klinik betreut in ihrer Freizeit das Blindenfußball-Team FC St. Pauli. Wir sprachen mit ihr über diese außergewöhnliche Sportart.
Die Spieler orientieren sich nur mittels Geräuschen auf dem Spielfeld. Miriam Steen unterstützt ihr Team und ruft von außerhalb des Spielfelds. Foto: Stefan Groenveld

Der rasselnde, mit Metallkugeln gefüllte Ball schlägt laut gegen die Bande. Ständig ertönt der Ruf „Voy!“ – nach dem spanischen „ich komme“ – wenn sich Spieler einander nähern. Der Torwart und die Guides am Spielfeldrand dirigieren die Spieler lautstark, denn die Fußballer selbst sind blind.

Miriam Steen, Mitarbeiterin der Patientenverwaltung in der ENDO-Klinik Hamburg

Miriam Steen, Mitarbeiterin der Patientenverwaltung in der Helios ENDO-Klinik Hamburg, steht seit fünf Jahren als Hintertorguide am Spielfeldrand. Sie ist eine von zwei Guides des FC St. Pauli, Hamburgs einzigem Team im Blindenfußball und zugleich Deutscher Meister. „Ich habe schon immer sehr gern Menschen geholfen und habe dazu noch eine sehr laute Stimme“, so die 26-Jährige. Das klare Navigieren fällt also nicht schwer.

In der Blindenfußballbundesliga bilden vier sehbehinderte Feldspieler und ein sehender Torwart eine Mannschaft. Da es zu wenig blinde Spieler gibt, kann man die Teams nicht nach Alter, Geschlecht oder Können unterteilen. Um Chancengleichheit zu wahren, tragen die unterschiedlich sehbehinderten Spieler Dunkelbrillen, Pflaster auf den Augen und einen Kopfschutz. Jeder Spieler mit Ausnahme des Torwarts, muss sich rechtzeitig mit „Voy!“ bemerkbar machen.

Mit ihrer Zeit beim FC St. Pauli verbindet Steen so manche schöne Erinnerung: „Als mein jüngster Spieler sein erstes Tor erzielte – da hab ich fast geweint vor Stolz.“ Heute spielt der damals 12-Jährige für die deutsche Nationalmannschaft. „An solchen Momenten wachse ich selbst, denn es zeigt, dass alles möglich ist.“

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