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Knochenmarkspende

Stammzellenspende: Wenn aus Kollegen auch privat Lebensretter werden

Bei Helios kommen Kollegen und Patienten auf unterschiedliche Weise immer wieder mit dem Thema Knochenmarkspende in Berührung – beruflich, aber auch privat mit ihrem Engagement als Spender oder Unterstützer.

Die Geschichte des kleinen Karl aus Werda (Sachsen) bewegte im März letzten Jahres eine ganze Region: Der damals erst zehn Monate alte Sohn einer Mitarbeiterin des Plauener Helios Klinikums litt unter der sehr seltenen Knochenstoffwechselkrankheit „Infantile Osteopetrose“ und brauchte dringend eine Stammzellentransplantation.

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Spontan haben die Helios Kliniken in Plauen, Aue, Pirna, Freital und Leipzig Typisierungsaktionen für den kleinen Karl gestartet. Die Spendenaufrufe, die auch über viele Medien verbreitet wurden, lösten große Resonanz aus. Weitere Helios Kliniken in Deutschland und auch Kollegen von Fresenius unterstützten. Die Medien hatten nicht nur lokal, sondern auch überregional darüber berichtet.

Das Ergebnis: Die Bereitschaft zu helfen war überwältigend. Allein in den Helios Kliniken in Sachsen konnten 2.250 neue potentielle Stammzellspender gewonnen werden. Unterstützt wurden die Helios Kliniken in Sachsen dabei vom Verein für Stammzell- und Knochenmarkspende Sachsen e.V. (VKS). Und alle ließen sich mit dem Wissen typisieren — selbst wenn sich für Karl kein Spender findet, dann vielleicht für einen anderen schwer kranken Menschen!

Was viele gehofft hatten, erfüllte sich: Unter den Spendern war der genetische Zwilling für den kleinen Jungen. „Karl geht es gut. Er hat viel aufzuholen. Er ist jetzt 19 Monate und wir können zusehen, wie er sich körperlich entwickelt“, beschreibt Karls Mutter Vanessa Müller.

Wurde zum Knochenmarkspender: Oliver Paetsch vom Helios Klinikum Krefeld. Foto: Sandra Greins

Der Hilfeaufruf für ein kleines Mädchen in seiner Region veranlasste Oliver Paetsch, Trainee Medizintechnik in Krefeld, dazu, sich im Februar 2017 als Knochenmarkspender typisieren zu lassen: „Ich wollte unbedingt helfen und habe mich daraufhin intensiver mit einer möglichen Stammzellspende beschäftigt. Ich war immer der Meinung, dass dafür die Wirbelsäule punktiert wird. Heute weiß ich es besser.“ Es waren kaum zwei Monate vergangen, als sich die Knochenmarkspenderorganisation DKMS bei ihm zurückgemeldet hat.

Kurz vor dem anstehenden Urlaub kam der Anruf. Er war tatsächlich genetischer Zwilling eines betroffenen Blutkrebspatienten irgendwo auf dieser Welt, was die Blutentnahme bei seinem Hausarzt bestätigte. Der größte Aufwand bestand darin, sich über fünf Tage vor der eigentlichen Stammzellspende hinweg zur Anregung der Stammzellproduktion ein Wachstumshormon zu spritzen, bzw. injizieren zu lassen. „Das Medikament ist nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Ich hatte drei Tage leichte Rückenschmerzen aber in welchem Verhältnis steht diese Einschränkung, wenn ich dadurch jemandem das Leben retten kann. Die eigentliche Entnahme der Stammzellen erfolgte direkt am Tag der letzten Spritze über das Blut, vergleichbar mit einer Blutwäsche.

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