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10. Mai ist Tag gegen den Schlaganfall

Schlaganfall: Wenn jede Minute zählt!

Ähnlich einem Herzinfarkt ist der Schlaganfall ein absoluter Notfall, bei dem das Gehirn plötzlich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Schon nach Minuten sterben unwiderruflich Nervenzellen ab. Schnelles und richtiges Handeln ist entscheidend!
Die Stroke Unit ist eine auf die schnelle Behandlung von Patienten mit Schlaganfall oder Verdacht auf Schlaganfall spezialisierte Abteilung des Helios Klinikums Berlin-Buch.

Der Schlaganfall trifft in Deutschland jährlich 270.000, in der Region Berlin-Brandenburg etwa 30.000 Menschen. Bei einem Drittel hinterlässt er bleibende Schäden. Die Warnzeichen sollte jeder kennen, um rasch reagieren zu können. Oft zeigen sich die Vorboten nur vorübergehend und werden übersehen. Prof. Dr. med. Georg Hagemann, Chefarzt der Neurologie, informiert:

Was sind Ursachen?

Ursache kann eine Durchblutungsstörung durch verengte oder ganz verschlossene Hirnarterien sein, seltener ist es eine Hirnblutung z.B. aus einem gerissenen Gefäß.

Welche Symptome gibt es?
Prof. Dr. med. Georg Hagemann, Chefarzt der Neurologie im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Wenn plötzlich Lähmungen oder eine Schwäche an Arm, Bein oder im Gesicht auftreten, man ein gestörtes Berührungsempfinden hat, Probleme beim Sprechen, Verstehen oder Schlucken zu merken sind, sollte man immer an einen möglichen Schlaganfall denken. Betroffene berichten über schlechteres Sehen, Doppelbilder, Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsstörungen. Es kann auch zu Verwirrtheit, Gangunsicherheit oder Schwindel verbunden mit Übelkeit oder Erbrechen kommen. Heftiger Kopfschmerz weist auf eine Blutung als Ursache hin. In schweren Fällen kann es zu Bewusstseinsstörungen bis hin zur tiefen Bewusstlosigkeit kommen.

Wie funktioniert die optimale Rettungskette?
In einer optimalen Rettungskette arbeitet ein interdisziplinäres Team aus verschiedenen Fachbereichen zusammen.

Für ein optimales Ergebnis muss die Therapie innerhalb der ersten Stunden begonnen werden. Um alle Therapiemöglichkeiten zu haben, ist ein rascher Transport in das nächstgelegene spezialisierte Krankenhaus mit einer Stroke Unit und rund um die Uhr verfügbaren interventionellen Neuroradiologie wichtig (überregional zertifzierte Stroke Unit).  Dort gehören Rettungskräfte, Neurologen, Neuroradiologen und Anästhesisten zum fachübergreifenden Ärzteteam und werden von Internisten, Neuro- und Gefäßchirurgen, Pflegefachkräfte und Therapeuten unterstützt.

Was ist das Behandlungsziel?

Die Blutversorgung zum Gehirn muss so schnell wie möglich wieder normalisiert werden. Studien zeigen, dass dies idealerweise durch eine Kombination der sogenannten Thrombolyse* und/oder einer sich anschließenden möglichst frühen mechanischen Wiedereröffnung des verstopften oder verengten Gefäßes durch Mikrokatheter (Thrombektomie) geschieht.

Wie geht es weiter?

Je nach Schwere des Schlaganfalls und trotz optimaler Behandlung lassen sich bleibende Beeinträchtigungen nicht immer verhindern. Die individuelle medizinische Rehabilitation beginnt so früh wie möglich, also bereits auf der Stroke Unit. Das gemeinsame Ziel ist es, die größtmögliche Selbständigkeit des Betroffenen wiederherzustellen und die Schlaganfallfolgen möglichst gering zu halten.

Risikofaktoren

Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes mellitus “Zuckerkrankheit“, Herzrhythmusstörungen Fettstoffwechselstörung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Erbliche Vorbelastung, Stress, höheres Alter

Gut zu wissen

Die Stroke Unit im Helios Klinikum Berlin-Buch ist Mitglied der Berliner Schlaganfall-Allianz und nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe als überregionale Stroke Unit zertifiziert. Die Qualität der Abläufe und Versorgung überprüft regelmäßig eine unabhängige Kommission, um die optimalen Bedingungen für eine rasche Diagnosestellung und effektive Therapie zu sichern.

Jährlich mehr als 800 Schlaganfall-Patienten aus Berlin und Brandenburg behandelt das erfahrene Team um Prof. Dr. med. Georg Hagemann (Neurologe) und Prof. Dr. med. Marius Hartmann (Neuroradiologe).

NOTRUF: 112

Rettungsstelle Helios Klinikum Berlin-Buch: (030) 94 01-53333

*Thrombolyse: eine medikamentösen Therapie, die das Gerinnsel auflöst – „systemische Lyse“

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