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Bundesweiter Aktionstag gegen den Schmerz am 4. Juni 2019

Ohne Schmerzen durch die Operation! Geht das?

 „Die moderne Schmerztherapie stellt uns Ärzten heute viele Möglichkeiten zur Verfügung, dem Patienten auf ihn abgestimmt, eine Operation so schmerzarm wie möglich zu gestalten“, erklärt Dr. med. Thérèse Goritzka, Leiterin des Interdisziplinären Schmerzzentrums in der Helios Klinik Schkeuditz.
Gemeinsamer Austausch ist wichtig für die richtige Therapie. (Foto: Christian Hüller)

Dr. Axel Fröbel, Oberarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie ergänzt seine Kollegin: „Eine gute Schmerztherapie beginnt bereits vor der Operation und begleitet die Patienten während und nach der Operation weiter.“ Dieses sogenannte partizipative Entscheidungsverfahren ist ein wichtiger Bestandteil in der heutigen Schmerztherapie. Die Mediziner können je nach Bedarf auf Regionalanästhesieverfahren für Extremitäten- und Abdominalchirurgie oder lokale Anästhetika-Anwendungen zurückgreifen. „Bereits im Anästhesieaufklärungsgespräch legen wir das Schmerztherapieverfahren fest und geben teilweise auch schon Schmerzmittel vor der Operation“, so Fröbel. Schonende Operationsmethoden, wie die minimalinvasiven Operationen, die mit nur drei kleinen Schnitten auskommen, sowie die lokale Gabe von Anästhetika in Wunden oder Gelenke, sind für Patienten schmerzlindernd.

Dr. Thérèse Goritzka leitet das Interdisziplinäre Schmerzzentrum in der Helios Klinik Schkeuditz. Hier werden Schmerzpatienten mit chronischen Schmerzen mittels Multimodaler Schmerztherapie behandelt. Aber auch die postoperative Schmerztherapie gehört in das Aufgabengebiet. (Foto: Christian Hüller)

Nach der Operation erhalten Patienten entsprechend dem Therapieplan die zu Beginn besprochene Schmerzmedikation. „Selbstverständlich prüfen wir täglich, ob die Medikamenteneinstellung stimmig ist und passen sie gegebenenfalls an“, sagt Goritzka. „Zusätzlich zur Basismedikation wird auch immer eine Bedarfsmedikation angeordnet“, so die Oberärztin.

Auch der Patient hat einen Anteil an der Schmerzfreiheit

Nicht zuletzt haben Patienten auch selbst einen nicht zu verachtenden Anteil daran, ob eine Operation schmerzarm ist. Oberärztin Goritzka betont „die Grundeinstellung ist entscheidend. Eine positive Grundeinstellung bewirkt immer eine positive Gesamtsituation. Patienten können Bewältigungsstrategien und Entspannungsverfahren erlernen. Atem- und Entspannungsübungen wirken über Ablenkung und führen zur Lockerung der Muskulatur und somit zur Entspannung.“
Nach der Operation empfehlen die Experten, die gelernten physiotherapeutischen Maßnahmen fortzuführen, die „Schmerzen nicht auszuhalten“, sondern frühzeitig gegenzusteuern, um so einer Chronifizierung vorzubeugen.

Informationsveranstaltung klärt auf

Um Patienten die Angst vor den Schmerzen einer Operation zu nehmen, klären die Schmerzexperten des Interdisziplinären Schmerzzentrums am 4. Juni in einer Informationsveranstaltung anlässlich des bundesweiten Aktionstages gegen den Schmerz in der Helios Klinik Schkeuditz über Methoden und Entspannungsmöglichkeiten auf.

Bundesweiter Aktionstag gegen den Schmerz

Bereits zum achten Mal weist die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. und ihre Partnerorganisationen am ersten Juni-Dienstag auf die lückenhafte Versorgung von vielen Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen hin. In Deutschland sind etwa 23 Millionen Deutsche (28 Prozent) von chronischen Schmerzen betroffen.

Zum bundesweiten Aktionstag gibt es rund um das Thema Schmerz viele verschiedene Aktionen, Informationsveranstaltungen und Vorträge sowie eine bundesweite kostenlose Telefon-Hotline. Von 9:00 bis 18:00 Uhr können Schmerzpatienten unter der 0800 18 18 120 Schmerzexperten aus ganz Deutschland befragen.

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