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Porträt

Nächster Halt: Weltmeisterschaft

Managementtrainee Jessica Koch ist Sportlerin aus Leidenschaft. Und das mit Erfolg: Im September hat
sich die 27-Jährige für die Weltmeisterschaft Ironman 70.3 im kommenden Jahr in Tennessee (USA) qualifiziert. Für uns hat sie ihre Erlebnisse aufgeschrieben.
90 Kilometer lang ist die Radstrecke, die Jessica Koch beim Wettkämpf fährt. Foto: privat

Sonntag, 11. September. Der Tag der Entscheidung. Bereits um 6 Uhr bin ich wach, versuche mich zu fokussieren. Zum Frühstück gibt es Vollkornbrot mit Honig, Banane und Ananassaft – wichtige Kohlenhydrate, die ich später brauchen werde. Gegen 9:15 Uhr komme ich in der Wechselzone an, dem Bereich, in dem die Wettkampfrichter am Vortag alle Utensilien der Athleten kontrollieren: Vom Rad über die Radschuhe, den Helm, das Laufequipment bis hin zu den Supplementen wie Gele und Isogetränken wird alles geprüft.

Im nassen Neoprenanzug geht es nach dem Schwimmen zur Wechselzone. Foto: privat

10:15 Uhr: Ich stecke in meinem Wettkampfanzug, dem Trisuit, darüber habe ich noch einen Neoprenanzug gezogen. Jetzt startet meine Altersklasse! Erste Disziplin: 1,9 Kilometer schwimmen. Die Ostsee ist ruhig, ich finde schnell meine Wasserlage und kann einige Teilnehmer überholen. Ab Boje drei beschlägt meine Schwimmbrille immer mehr. Die großen gelben Bojen geben mir aber Orientierung, durch den zeitverzögerten Start der Sportler sind zudem schon andere Schwimmer im Wasser, denen ich folgen kann. Nach 33 Minuten habe ich die Strecke geschafft – und muss jetzt im nassen Neoprenanzug über einen knapp 800 Meter langen und mit Teppich ausgelegten Weg zur Wechselzone. Weiter Schwimmen wäre angenehmer gewesen.

In der Wechselzone greife ich nach dem ersten meiner zwei Beutel und tausche im Wechselzelt den Neoprenanzug gegen mein Rad-Outfit. Los geht es auf die 90 Kilometer lange Radstrecke mit zwei Rundkursen á 45 Kilometer. Die erste Runde läuft überragend, nach 1 Stunde und 19 Minuten liegen die 45 Kilometer hinter mir. Auf Runde zwei zieht der Wind an, ich muss etwas Watt rausnehmen. Bei Kilometer 75 überholt mich eine Konkurrentin, die ich im Wasser hinter mir gelassen hatte. Es sind noch knapp 15 Kilometer zu fahren. Nach insgesamt 2 Stunden und 42 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 36 km/h erreiche ich wieder die Wechselzone. Der Abstieg vom Rad fällt mir schwer, meine Beine spielen nicht ganz mit. Im Wechselzelt ziehe ich mich erneut um: Helm und Radschuhe verschwinden im Beutel, jetzt brauche ich Strümpfe, Laufschuhe und Visor. Auf zur letzten Etappe, meiner Paradedisziplin, dem Laufen.

Geschafft! Jessica Koch qualifizierte sich beim „Strandräuber Ironman 70.3“ auf Rügen für die Weltmeisterschaft 2017 in den USA. Foto: privat

13:30 Uhr: Die Sonne scheint, es ist angenehme 26 Grad warm. Meine Beine spielen wieder mit und ich fliege geradezu über die Laufstrecke. Die ersten drei Kilometer gehe ich etwas zu schnell an, das merke ich aber erst ab Kilometer zehn und muss dann das Tempo drosseln. Insgesamt sind 21,1 Kilometer zurückzulegen – die Strecke eines Halbmarathons. Viermal geht es den Klünderberg in Binz hinauf, und nach Schwimmen und Radfahren spüre ich den zirka 400 Meter langen und elfprozentigen Anstieg doch in den Beinen. Bei Kilometer elf überhole ich die Konkurrentin von vorhin, bei Kilometer 18 biege ich ins Fußballstadion und anschließend auf die Seebrücke und damit auf die Zielgerade ein. Die Zuschauer empfangen uns Athleten mit Beifall. Mit einer Halbmarathonzeit von 1 Stunde 43 Minuten und einer Gesamtzeit von 5 Stunden 6 Minuten und 1 Sekunde laufe ich über die Ziellinie – und bin die erste Frau in meiner Altersklasse. Ticket zur Weltmeisterschaft 2017 gelöst!

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