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Portrait

Frau Professor Weber nimmt sich Zeit

Aus Zahnrädern, Seilzügen und Ankern werden nach stundenlanger akribischer Feinarbeit perfekt funktionierende Uhren. Damit das gelingt, helfen Prof. Weber ihre Kenntnisse und Tugenden aus der Chirurgie.
Ein Blick ins Innere: Das Ankerrad dreht sich mit jedem Pendelausschlag eine Zacke weiter. Die Feder steht so immer unter Spannung und treibt die Uhr an. (Foto: Prof. Annette Weber)

Pinzette bitte! Lupe! Mit feinsten Instrumenten geht Prof. Dr. Anette Weber ans Werk: Die Chefärztin für Hörstörungen, Tinnitus und Schwindel in den HELIOS Rehakliniken Bad Berleburg arbeitet präzise, steril und hochkonzentriert. Wer nun glaubt, er wohne einer komplexen Operation bei, irrt. Tatsächlich baut Prof. Weber eine Uhr.

Dabei ist „bauen“ ein zu grobes Wort für das filigrane Handwerk: Millimeter und Zentimeter große Zahnräder, Seilzüge und Anker setzt Prof. Weber akribisch zu einer mechanischen Wanduhr zusammen, die nach rund 24 Stunden Handarbeit die richtige Stunde schlägt. „Uhrenbau ist Präzisionsarbeit – fast so wie die Chirurgie“, bestätigt die Chefärztin.

Eine Liebe für das Filigrane
Prof. Dr. Anette Weber, Chefärztin für Hörstörungen, Tinnitus und Schwindel in den HELIOS Rehakliniken Bad Berleburg, muss die Feder von Hand aufziehen, damit die Uhr funktioniert. (Foto: Angela Brunner)

Doch wie wird eine Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde zur Uhrmacherin? Die Liebe für das Filigrane zieht sich durch Prof. Webers Leben wie ein roter Faden: Bereits in ihrer Jugend klebt und bemalt sie kleine Häuschen und Bahnhöfe für ihre Modelleisenbahn, später folgt die HNO-Chirurgie, wo sie komplizierte Eingriffe an kaum drei Millimeter großen Knochen durchführt. Als ihr der Rücken das lange Stehen im Operationssaal unmöglich macht, widmet sie sich einem neuen Hobby, um ihre Fingerfertigkeit zu erhalten. „Ich habe mich schon vorher für Uhren interessiert. Aufgrund eines interessanten Zeitungsartikels und aus Neugier habe ich ein Uhrenseminar belegt und seitdem bin ich Fan.“

Mittlerweile hat die 51-Jährige eine Armbanduhr mit 60 Teilen und zwei mechanische Pendeluhren mit jeweils 90 Teilen gebaut, von denen sie eine stolz an der heimischen Wohnzimmerwand präsentiert. „Ich mag am liebsten mechanische Uhren der alten, traditionellen Uhrenmanufakturen. Mich fasziniert das Zusammenspiel der einzelnen Teile und die Präzision und Sorgfalt, mit der jedes einzelne Teilchen eingestellt werden muss, damit am Ende das große Ganze funktioniert.“

Das nächste Projekt ist bereits in Planung: Eine Tischuhr mit 90 Teilen – für wen sie ist, wird nicht verraten: „Die ist ein Geschenk!“

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