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Kopfballduell mit Folgen

"Es gab einen Mega-Schlag"

Amateurfußball ist nicht ungefährlich. Verletzungen sind an der Tagesordnung. Auch am Tag, als TuS Medenbach und FV Biebrich aufeinandertreffen. Mittendrin: der 20-jährige Jonathan Mauer.
Jonathan Mauer beim Fußballtraining
Zwölf Wochen nach seinem Unfall kann Jonathan Mauer wieder trainieren. (Foto: Petra Hahner)

Im Zweikampf prallt Jonathan Mauer beim Kopfballversuch mit der Stirn gegen den Hinterkopf seines Gegenspielers. Mit ungeahnten Folgen: „Es gab einen Mega-Schlag. Ich hielt mir beide Hände vor mein Gesicht, spürte das Blut zwischen den Fingern“, erinnert sich der Abwehrspieler.

Die Rettungssanitäter versorgten die Platzwunde noch vor Ort mit einem Druckverband und brachten ihn in das nächstgelegene Krankenhaus. Hier stellten die Ärzte anhand einer CT-Aufnahme fest, dass der Stirnknochen über dem rechten Auge gebrochen war. Für die weitere Behandlung musste Jonathan in die Hände von Spezialisten. In der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Helios HSK in Wiesbaden bereiteten die behandelnden Ärzte den Patienten auf die Operation rechts über dem Auge vor. „So ein Eingriff direkt am Auge beunruhigt jeden Patienten. Aber wir haben ihm genau erklärt, wie wir vorgehen“, erklärt Prof. Dr. Jan Gosepath.

„Durch den Knochenbruch war die Stirnhöhlenvorderwand derart eingedrückt, dass das Profil der Stirn auf der rechten Seite deutlich verändert war. Für die operative Versorgung eines solchen Bruchs eignet sich als Zugang am besten der sogenannte mittlere Augenbrauenschnitt“, berichtet er weiter. Da Jonathan Mauer bei dem Zusammenprall eine Platzwunde erlitten hatte, musste diese nur minimal erweitert werden, um die Stirnhöhlenwand operieren zu können. Professor Gosepath und sein Team richteten unter Vollnarkose die beiden eingedrückten Knochenfragmente und fixierten sie in der ursprünglichen Position. Zur weiteren Stabilisierung wurden die beiden Knochenteile mit einem Faden über zwei kleine Bohrlöcher miteinander verbunden und die Wunde mit einer Naht verschlossen.

Jonathan Mauer

Jonathan „Johnny“ Mauer (20) ist Abwehrspieler beim Fussball-A-Ligisten TuS Medenbach in Wiesbaden. Bei einem Kopfballduell mit einem Gegenspieler hat er sich vor wenigen Wochen eine schwere Verletzung im Gesicht zugezogen.

Seit vielen Jahren untersuchen Mediziner die Gefahr von Kopfbällen – auch für das Gehirn. Aufgrund von Studien gibt es sogar Forderungen, bei Kindern und Jugendlichen das Reglement zu verändern, um Kopfbälle seltener zu machen.

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