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Das Wunder des Hörens

Der dritte Hörsturz verändert sein Leben auf dramatische Weise: René Vergé wird taub. Seine Existenz als Tonmeister und Profimusiker ist in Gefahr. Dank zweier Cochlea-Implantate arbeitet er wieder in seinem Beruf und genießt die Musik, die für ihn sein Leben ist.
Musik ist sein Leben
  • René Vergé: Musik ist sein Leben

    René Vergé: Musik ist sein Leben

    Neues Lebensgefühl für René Vergé dank Cochlea-Implantat mehr...
  • Funktion Cochlea-Implantat

    Funktion Cochlea-Implantat

    So funktioniert ein Cochlea-Implantat, Abbildung: Cochlear Ltd. mehr...

René Vergé (47) hat als Tonmeister und Profimusiker mit zahlreichen Stars zusammengearbeitet: Udo Jürgens, Chaka Khan, Roland Kaiser und viele mehr. Er war in der beneidenswerten Situation, mit seiner persönlichen Leidenschaft für Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen – bis ein Schicksalsschlag sein Leben komplett veränderte. Nach seinem dritten Hörsturz im Jahr 2013 verlor er auf beiden Ohren sein Gehör. „Ich war völlig verzweifelt und hatte große Angst“, erinnert er sich.  „Ohne sehr gutes Gehör kann ich meinen Beruf nicht ausüben. Wie sollte es weitergehen?“

Cochlea-Implantate übernehmen das Hören

Trotz eines langen Krankenhausaufenthalts, langwieriger Therapien und der Verschreibung von Hörgeräten verbesserte sich sein Gehör nicht. Schließlich empfahl ihm sein Arzt Cochlea- Implantate (CI). Diese elektronischen Geräte übernehmen die Funktion des beschädigten Innenohrs (lat. Cochlea), um akustische Signale an das Gehirn zu übertragen. Hörgeräte hingegen erhöhen lediglich die Lautstärke von Geräuschen. In den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden bekam René Vergé 2015 das erste, 2016 das zweite Implantat.

Wieder aktiv als „hörender, tauber Musiker und Tonmeister“

Nach der zweiten Reha-Maßnahme begann Vergé 2016 wieder zu arbeiten. Der erste Einsatz als Tonmeister war bei einem Techno-Festival. Auch als Musiker ist er wieder aktiv. Nach einigen Tourneen, Konzerten und Veranstaltungen als „hörender tauber Musiker und Tonmeister“ wird er oft von Selbsthilfegruppen oder Institutionen eingeladen, um über seine Erfahrungen zum Thema „Musik hören mit dem CI“ zu berichten.

„Schlussendlich“, sagt er, „ist die Versorgung mit dem CI das Beste, was mir passieren konnte. Es hat mir Lebensqualität zurückgebracht und ich kann wieder Musik machen.“ Dass er eigentlich taub ist, fällt vielen Kollegen am Anfang gar nicht auf. „Ich bin in einer hörenden Umgebung aktiv - als taube Nuss“, scherzt er. „Die CIs halten viele für die Freisprecheinrichtung meines Handys. Dass es meine Blechohren sind und ich damit höre, ist oft eine große Überraschung für die Kollegen.“

Gründer einer Selbsthilfegruppe für CI-Träger


Auch in der Selbsthilfe ist Vergé mittlerweile tätig. So ist er nicht nur im Vorstand des Cochlear Implant Verbandes Hessen Rhein-Main aktiv, sondern hat auch in Wiesbaden eine Selbsthilfegruppe für CI-Träger gegründet.

Informationen über das CI-Netzwerk Wiesbaden können per Mail bei René Vergé angefordert werden.

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