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Vorsicht Sturzgefahr!

Bloß nicht „auf Glatteis geraten“

Glätte und Schnee auf Straßen und Fußwegen erhöhen das Sturzrisiko erheblich. Gerade für ältere Menschen ist die kalte Jahreszeit häufig ein Problem. Chefarzt Dr. med. Frank Friedrichs gibt wichtige Tipps, worauf bei Glatteis zu achten ist.
Mit steigendem Lebensalter nehmen Stürze und sturzbedingte Verletzungen zu. Fotocredit: https://pixabay.com/de/

In der Notaufnahme der Helios Klinik Zerbst/Anhalt werden derzeit vermehrt Patienten behandelt, die aufgrund von Glatteis gestürzt sind. „Zu den häufigsten Verletzungen in Folge von Stürzen bei Glätte gehören Frakturen, Prellungen, Schnitt- oder Schürfwunden und Gehirnerschütterungen“, sagt Dr. med. Frank Friedrichs, Chefarzt für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin und Wirbelsäulenerkrankungen der Helios Klinik Zerbst/Anhalt sowie Leiter des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie Sachsen-Anhalt.

Sturzgefahr bei Alt wie Jung
„Junge wie ältere Menschen stolpern gleichermaßen oder rutschen bei Glatteis aus. Stürze bei jüngeren Menschen gehen jedoch meist ohne schwerwiegende Folgen aus. Stürzt ein älterer Mensch, dann hat das meist weitreichende Folgen“, so der erfahren Orthopäde und Unfallchirurg.

Erhöhtes Sturzrisiko mit steigendem Alter
Mit steigendem Lebensalter nehmen Stürze und sturzbedingte Verletzungen zu. Schuld daran sind Funktionseinschränkungen im Bewegungsapparat. „Ältere Patienten leiden häufig an akuten oder chronischen Begleiterkrankungen, die sich direkt oder indirekt auf die Gangsicherheit und das Sturzrisiko auswirken“, sagt Dr. med. Frank Friedrichs. Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen, Störungen des Gleichgewichtsorganes und des Sehvermögens sowie Muskelschwäche der Beine und der Wirbelsäule gehören ebenso zu den Risikofaktoren. 

Dr. med. Frank Friedrichs, Chefarzt für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin und Wirbelsäulenerkrankungen der Helios Klinik Zerbst/Anhalt sowie Leiter des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie Sachsen-Anhalt. Fotocredit: Helios Kliniken GmbH | Thomas Oberländer

Sturz mit weitreichenden Folgen
"Fünf bis zehn Prozent der älteren Patienten erleiden beim Sturz Oberschenkelhalsbrüche, Handgelenksfrakturen, Brüche des Oberarmkopfes, des Beckens oder von Wirbeln", erklärt Dr. med. Frank Friedrichs. Schuld daran ist der Knochenschwund, die sogenannte Osteoporose. Betroffene verlieren hierbei deutlich mehr Knochenmasse als ein gesunder Mensch. Die Knochenstabilität nimmt ab, das Risiko für Knochenbrüche steigt.

Interdisziplinäres Behandlungskonzept bei schweren Brüchen
„Bei komplexen Brüchen ist die zeitnahe operative Versorgung der zentrale Baustein unseres interdisziplinären Behandlungskonzeptes, welches an die Bedürfnisse des älteren Patienten angepasst ist. Umfassende Beachtung von Begleiterkrankungen, Frühmobilisation durch qualifiziertes Personal sowie eine rasche Rehabilitation mit Wiedererlangung der Ausgangsmobilität gehören ebenso dazu wie die medizinische Mitbetreuung der Patienten durch Internisten und Schmerztherapeuten“, so Dr. med. Frank Friedrichs.

Stürzen vorbeugen
„Im Winter nicht mehr das Haus zu verlassen, ist natürlich keine Lösung“, sagt Dr. med. Frank Friedrichs. „Denn die Aktivität an der frischen Luft stärkt die Muskeln und damit die Beweglichkeit“. Bei starkem Schneefall und Glatteis sollten insbesondere ältere Menschen aber wirklich nur vor die Tür gehen, wenn dies auch unbedingt notwendig ist. So hilft es beispielsweise größere Mengen einzukaufen, wenn es das Wetter zulässt, um nicht jeden Tag bei Schnee und Matsch aus dem Haus zu müssen. „Kann man es dennoch nicht vermeiden, nach draußen zu gehen, sollte man auch für kurze Wege immer auf die geräumte Straßenseite wechseln und sich ausreichend Zeit für die Besorgungen nehmen, um nicht in Hektik zu geraten und aus Flüchtigkeit zu stürzen. Tatsächlich verzichten sollte man darauf, im Dunkeln nach draußen zu gehen, damit man nicht Gefahr läuft, matschiges Laub oder angefrorene Pfützen zu übersehen“, rät der Chefarzt.


Sturzrisiko reduzieren

Folgendes kann helfen, das Sturzrisiko zu reduzieren:

  • Richtiges Schuhwerk mit Profil, zusätzlich können auch sogenannte Spikes getragen werden 
  • Der sogenannte Pinguin-Gang verbessert die Sicherheit auf Glatteis, denn das Abrollen über die Ferse führt zu einer deutlich erhöhten Sturzgefahr 
  • Das Halten am Geländer oder Gehen entlang der Hauswand unterstützt die Sicherheit 
  • Reflektoren an der Kleidung und ein Fahrradlicht am Rollator machen andere Verkehrsteilnehmer aufmerksam 
  • Manche Rollatoren haben die Möglichkeit auf Profilräder umzurüsten, prinzipiell ist bei Glatteis ein Wegrutschen des Rollators möglich 
  • Wichtig ist das Benutzen von Hilfsmitteln, wie Brille oder Hörgerät, um sich ganz auf den Weg zu konzentrieren

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